Solanos Rückflugticket ist nicht gebucht
Neun Tage vor dem Auftakt zur Frühjahrssaison: WAC-Neuerwerbung José Solano spricht im Interview über seine Ziele, den Fußball in Spanien und die Umstellung auf den Schnee.

Foto © GEPAJosé Solano
Wie ist der Kontakt zwischen Ihnen und dem WAC/St. Andrä zustande gekommen?
José Solano: Das hat alles der spanische Spielervermittler Nicolas Oliva, der in Linz wohnt, eingefädelt. Er hat auch schon andere Spanier nach Österreich vermittelt. Ende November gab es erste Gespräche. Im Jänner haben wir uns geeinigt.
Was haben Sie vorher über Österreich gewusst?
Solano (lacht): Nur, dass es im Winter viel Schnee gibt und Schifahren Nationalsport ist.
Können Sie Schifahren?
Solano: Nein, noch nie probiert.
Wie groß war die Umstellung auf das Training bei Schnee und Kälte? Aus Spanien sind Sie gewiss andere Temperaturen gewohnt ...
Solano: Schon groß. Ich stamme aus Cádiz, im Süden Spaniens. Da hat es im Winter so zwischen 10 und 15 Grad. Aber als Profi muss man sich auf alles einstellen können.
Trainer Nenad Bjelica hat als Spieler bei Betis Sevilla eine erfolgreiche Zeit in Spanien gehabt. War Ihnen der Name schon vorher bekannt?
Solano: Natürlich. Ein guter Freund von mir, Roberto Rios, hat mit ihm bei Betis gespielt. Er hält sehr viel von ihm und bezeichnet ihn als sehr guten Trainer, bei dem man sehr viel lernen kann.
War Bjelica ein Grund, warum Sie zum WAC wechselten?
Solano: Ja. Auch deshalb, weil er mit der spanischen Sprache vertraut ist. Das hilft mir extrem.
Was ist er für ein Trainertyp?
Solano: Er lässt hart trainieren und will, dass wir uns jeden Tag verbessern. Das gefällt mir sehr.
Zuletzt spielten Sie bei Badajoz (Anmerkung: dritte spanische Liga, 15. Platz). Sehen Sie den Wechsel als Auf- oder Abstieg?
Solano: Als Verbesserung. Ich wollte immer mal ins Ausland. Außerdem ist die Situation im spanischen Unterhaus problematisch. Viele Klubs haben finanzielle Probleme.
Ist die zweithöchste Spielklasse Österreichs höher einzuschätzen?
Solano: Schwer zu sagen. In Spanien wird mehr auf Technik Wert gelegt. In Österreich spielt die Physis eine große Rolle. Das Training beim WAC ist intensiv.
Sie waren im B-Team vom FC Barcelona. Woran scheiterte der Sprung in die erste Mannschaft?
Solano: Ich hatte zwei schwere Verletzungen. Die haben mich jedes Mal weit zurückgeworfen.
Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie jetzt mit dem WAC?
Solano: Ich will den Aufstieg in die Bundesliga schaffen.
Sie wurden als Verstärkung für die Abwehr verpflichtet. Rechnen Sie mit einer Stammplatzgarantie?
Solano: Nein, der Konkurrenzkampf wird sehr hart. Die Qualität des Teams ist hoch. Ich muss mich im täglichen Training beweisen.
Ihr Landsmann Jacobo avancierte in kurzer Zeit zum Publikumsliebling. Was halten Sie von ihm?
Solano: Wir haben letzte Saison noch gegeneinander gespielt. Er ist ein torgefährlicher Stürmer und technisch sehr versiert.
Wie sehr freut es Sie, jemanden aus der Heimat hier zu haben?
Solano: Sehr. Aber auch die anderen Spieler haben mich positiv aufgenommen. Im Klub herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre.
Sie haben einen Vertrag bis Sommer 2013. Wollen Sie länger bleiben?
Solano: Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich will so lange wie möglich beim WAC oder in Österreich spielen. An einen Rückflug nach Spanien denke ich jetzt sicher nicht.
Features
Zum Thema
José Antonio Solano Moreno
- Geboren: 4. Februar 1985
- Familienstand: ledig
- Größe/Gewicht: 188 cm/80 kg
- Position: Innenverteidiger
- Karrierestationen: Cádiz, Laganés, Écija, Barcelona B, Badajoz, spanischer U20-Nationalspieler
- Lieblingsverein: Real Madrid
- Vorbild: Fernando Hierro














