Kriegstote leben in der Erinnerung
Berufsschüler und Soldaten haben Friedhof bei Wolfsberg mit Schwarzem Kreuz generalsaniert.

Foto © Schwarzes KreuzDie Anlage in St. Johann bei Wolfsberg erstrahlt in neuem Glanz. Sie wird im kommenden Jahr mit einer internationalen Feierstunde eingesegnet
Ob Freund oder Feind, ob Angreifer oder Verteidiger, ob Gefangener oder Zivilist. Die Varianten, bei kriegerischen Auseinandersetzungen das Leben lassen zu müssen sind mannigfach. Generalmajor i.R. Gerd Ebner ist der Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes. Die Organisation kümmert sich in Kärnten um die Pflege und Erhaltung von 91 Grabstätten mit 16.855 Kriegstoten aus zwölf Nationen. "Im Tod sind alle gleich", sagt Ebner.
40 Jahre war der langjährige Militärkommandant Soldat. Frei von Heldenepos und Revanchismus, ist er bemüht, der Arbeit des Schwarzen Kreuzes neue Inhalte und Impulse zu geben. Heuer konnte unter seiner Leitung ein bisher in Kärnten einzigartiges Projekt zum Abschluss gebracht werden: die Generalsanierung des Friedhofes St. Johann bei Wolfsberg. 43 Russen und vier Polen haben als Kriegsgefangene des Lagers Wolfsberg hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Schüler der zweiten Maurerklasse in der Berufsschule Völkermarkt haben sich mit Fachlehrer Andreas Mosinz in den Dienst der Sache gestellt. Seite an Seite mit Soldaten des Militärkommandos haben sie Einfriedungen erneuert und die Grabmäler auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück generalsaniert. Kostenpunkt des Vorzeigeprojekts: rund 40.000 Euro, die vom Schwarzen Kreuz vor allem durch Spenden aufgebracht werden müssen. "Es war sehr schön miterleben zu können, wie intensiv sich junge Mitbürger mit der Geschichte auseinandersetzen und Räume für bleibendes Gedenken schaffen. Nach außen sichtbar aber auch ganz persönliche - jeder für sich selbst", betont Ebner. Er schmiedet bereits neue Pläne für das kommende Jahr.
Features
Schwarzes Kreuz
Der "Landesverein vom Schwarzen Kreuz Kärnten" wurde am 29. Oktober 1921 in Klagenfurt gegründet. Erster Präsident war der damalige Bürgermeister der Landeshauptstadt, Gymnasialprofessor Friedrich Wolsegger. Das Spendenkonto lautet: Kärntner Sparkasse, BLZ 20706, Kto. Nr. 19000744















