FPK-Stadträtin Schratter wirft das Handtuch
Nina Schratter trat gestern als Wolfsberger Stadträtin zurück. Wer ihr nachfolgt, ist unklar. Referatsverschiebungen unter Parteien möglich.

Foto © FriedlNina Schratter
Die Gerüchte kursierten seit der Vorwoche (die Kleine Zeitung berichtete exklusiv), seit gestern ist es fix: Wolfsbergs FPK-Stadträtin Nina Schratter, zuständig für Gesundheit, Familie und Soziales, hat das Handtuch geworfen. Gestern gab sie aus "privaten und beruflichen Gründen" ihren Rücktritt bekannt. Auf die Rücktrittsgerüchte angesprochen betonte die Juristin (34) vorige Woche: "Wenn ich etwas tue, dann deshalb, weil es mein Wunsch ist und nicht, weil andere es wollen." Vor allem der zeitliche Aspekt habe eine Rolle gespielt: Schratter betreibt mit ihrem Mann eine Rechtsanwaltskanzlei in Wolfsberg, ist Mutter von zwei Kindern und die Familie baut gerade ein Haus.
Nachfolge bis Mitte Oktober
Wer den Stadtratsposten künftig bekleiden wird, stehe laut Vizebürgermeister Heinz Hochegger (FPK) noch nicht fest: "Es stehen einige zur Debatte." Zum Rücktritt sagt der Vize: "Es ist schade, immerhin hatte Schratter das Sozialreferat voll im Griff. Aber ich verstehe, dass sie aus familiären und beruflichen Gründen diesen Schritt gesetzt hat." Bis zur Gemeinderatssitzung am 18. Oktober soll die Nachfolge geregelt sein.
Doch zur Gänze zieht sich Schratter nicht zurück: Sie wird Gemeinderätin, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Soziales sowie stellvertretende Stadträtin. Ob der neue Stadtrat Schratters Referatszuständigkeit übernehmen oder es Umschichtungen geben wird, sei laut Hochegger noch offen: "Es hängt davon ab, ob sich der Nachfolger mit dem Referat identifizieren kann."
Tausch bei Referaten
Einen Schritt weiter geht Trettenbrein: "Ich habe dem Bürgermeister vorgeschlagen, sich Gedanken zu machen, ob wir mit dem Wechsel nicht gleich auch die Referate anders verteilen sollen. Wir haben zwar weder das Bedürfnis ein Referat abzugeben noch eines unbedingt zu wollen, aber wir sind für alles offen."
Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) dazu: "Reden kann man über alles. Konkrete Vorstellungen habe ich zwar keine, jedoch bin ich mit dem Umstand nicht glücklich, dass der Stadtwerke-Referent und der Beiratsvorsitzende ein und derselben Partei angehören." Nächste Woche soll über mögliche Referatsänderungen diskutiert werden - auch mit der ÖVP.
Übrigens: Personaländerungen in den Stadtratsreihen standen der FPK heuer bereits im Mai ins Haus: Damals trat Michael Swersina - Stadtrat für Jugend, Kindergärten und Bildung - nach der "Titel-Affäre" aus allen politischen Ämtern zurück. Er stolperte über seinen Magister-Titel, den es gar nicht gibt. In die Fußstapfen des falschen Magisters ist im Mai Volksschuldirektor Helmut Kirisits getreten.














