Wiege des Kärntner Heimatliedes verfällt
Schloss Waldenstein war einst Sitz der Adeligen, heute ist es dem Verfall preisgegeben. Sanierung ist nur mithilfe der öffentlichen Hand möglich.

Foto © RainerVon außen sieht das um 1150 entstandene Schloss Waldenstein auch heute noch imposant aus
An einem schattigen Hang im Waldensteiner Graben erhebt sich ein imposantes Schloss. Äußerlich sieht man es ihm aus der Ferne nicht unbedingt an, doch der einstige Adeligensitz hat viel von seiner Pracht verloren. Die Zeit hinterließ deutliche Spuren am Gebäude, das schon fast 900 Jahre "auf dem Buckel" hat. Es verfällt langsam, da Geld für eine Sanierung fehlt. "Betreten verboten, Lebensgefahr" steht auf der Tür.
Das Schloss befindet sich im Besitz der Kärntner Montanindustrie, deren Geschäftsführer Andreas Henckel-Donnersmarck ist: "Ich habe nicht das Geld, ich habe genügend mit Schloss Wolfsberg zu tun. Ich sehe mich außerstande, in Schloss Waldenstein zu investieren." Außerdem gelte sein Haupteinsatz dem Eisenglimmer-Werk direkt unter Schloss Waldenstein, dessen Lage in den vergangenen Jahren "nicht einfach" gewesen sei. Nun hofft Henckel-Donnersmarck auf Hilfe vom Land.
Schritt für Schritt
"Der erste Schritt wäre, die Burg zu erhalten und zu sichern, damit sie nicht weiter verfällt. Das Schloss gehört zum Kärntner Kulturgut", erklärt Henckel-Donnersmarck. Hier erklang 1835 zum ersten Mal das Heimatlied "Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt . . .". Um das Schloss, das bis Anfang der 1990er-Jahre noch bewohnt war, vor dem Verfall zu retten, müssten in einem ersten Schritt geschätzte 200.000 Euro investiert werden. Die letzte größere Sanierung war die Erneuerung des Daches 1991. Primäres Ziel ist für Henckel-Donnersmarck die Erhaltung, danach könne man evaluieren, wofür man das Schloss verwenden könnte.
Wäre ein Verkauf eine Option? Henckel-Donnersmarck: "Ja, aber ein Verkauf ist komplizierter, weil wir unterhalb den Bergbau haben. Die bisherigen Angebote waren uninteressant." Aus dem Büro von Kulturreferent Harald Dobernig (FPK) hieß es: "Solange wir kein konkretes Projekt und keinen Kostenvoranschlag haben, können wir weder Ja noch Nein sagen." Für "baukulturelles Erbe" wurden im Vorjahr allerdings insgesamt "nur" 180.000 Euro ausgegeben.
Features
Geschichte
Schloss Waldenstein. Befindet sich im Waldensteiner Graben neben der Packer Straße zwischen Twimberg und Preitenegg.
Geschichte. Um 1150 wurde Schloss Waldenstein im Auftrag des Bistums Bamberg als Burg erbaut. Vom 12. bis zum 17. Jahrhundert waren die Herren Ungnad von Sonnegg die Lehnsträger und Besitzer dieser Burg. Sie ließen die Burg im 15. Jahrhundert zum Schloss im gotischen Stil umbauen. Im 16. Jahrhundert war Waldenstein ein Zentrum der Reformation. Anfang der 1850er-Jahre erwarb Graf Hugo Henckel von Donnersmarck das Schloss. Nun ist es dem Verfall preisgegeben, einige Räume sind nicht mehr betretbar, da die Decke zum Teil eingestürzt ist.
Kärntner Heimatlied. 1835 vertonte Josef Ritter von Rainer-Harbach (Schloss Reideben) auf Schloss Waldenstein ein Gedicht von Johann Thaurer Ritter von Gallenstein. Das Lied wurde 1911 von der Kärntner Landsmannschaft zur "Kärntner Nationalhymne" erklärt. Ein Gedenkstein erinnert an die Entstehung des Kärntner Heimatliedes in Waldenstein.
Quelle. wikipedia.org














