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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2011 um 20:52 UhrKommentare

Beschwerden häufen sich

Lärmbelästigung: In Bad St. Leonhard gibt es immer mehr Anrainerbeschwerden wegen spielender Kinder vor Wohnanlagen. Die Bewohner in Wolfsberg und St. Andrä sind laut den zuständigen Politikern "kinderfreundlicher".

Spielende Kinder (Archivfoto) vor Wohnanlagen sind aufgrund der Lärmbelästigung einigen Anrainern in Bad St. Leonhard ein Dorn im Auge

Foto © KanizajSpielende Kinder (Archivfoto) vor Wohnanlagen sind aufgrund der Lärmbelästigung einigen Anrainern in Bad St. Leonhard ein Dorn im Auge

Spielende Kinder sind nicht überall gern gesehen. Immerhin kann der Lärmpegel beim Herumtollen schon einmal bis zu 85 Dezibel Schalldruck betragen, so viel wie etwa der Lärm einer Hauptverkehrsader.

Kinder werden "verbannt"

Auch einige Bewohner der Häuser des Weihbrunnweges in Bad St. Leonhard waren des Lärms spielender Kindern überdrüssig und reichten Beschwerde bei der Hausverwaltung ein. "Einige Bewohner fühlen sich durch die Lärmbelästigung und durch herumfliegende Bälle gestört", hieß es in einem Schreiben des Immobilienverwalters "Kosjek - Lesser GmbH" an die Wohnungseigentümer und Mieter des "Wohnparks Anger".

Darin wird mitgeteilt, dass das Ballspielen künftig am sich in der Nähe befindlichen öffentlichen Spielplatz vorgenommen werden soll. Bad St. Leonhards Vizebürgermeister Heinz Joham (FPK) hält das für übertrieben: "Kinder sollten nicht ausgeschlossen werden. Ein gewisser Lärmpegel ist verkraftbar, dafür gibt es dann ja auch wieder eigene Ruhezeiten."

Mehr Spielplätze gefordert

Derartige Beschwerden sind in Bad St. Leonhard aber nicht neu. In einem Leserbrief an die Kleine Zeitung Mitte April tat Josefine Rieger, wohnhaft am Steinernen Weg, ihren Unmut kund. "Viele Kinder der Umgebung nutzen aufgrund eines fehlenden öffentlichen Spielplatzes, den nicht öffentlichen Spielplatz in der Nähe unseres Hauses. Oft ist man da mit lautem Geschrei bis 20 Uhr konfrontiert", kritisierte Rieger damals.

Knappe Gemeindekassen

Laut Joham sei in diesem Bereich ein öffentlicher Spielplatz schon länger im Gespräch. "Seitens der Gemeinde ist ein eigener Spielplatz in diesem Ortsteil geplant. Die finanzielle Lage ließ bis jetzt aber noch keine Realisierung zu", so Joham.

Schauplatzwechsel: Auch in St. Thomas bei Wolfsberg wurde der bereits geplante Bau eines 1500 Quadratmeter großen Spielplatzes am Finkenweg im vorigen Jahr aufgrund massiver Anrainerbeschwerden im Vorfeld verhindert. Die Anrainer befürchteten eine zu hohe Lärmbelästigung. "Seit damals gab es diesbezüglich zwar wieder einmal eine Anfrage, aber derzeit ist dort kein Spielplatz mehr vorgesehen", so Stadtarchitektin Ursula Kraxner.

"Nehmen es nicht übel"

In diesem Jahr sind ihr noch keine Beschwerden von Anrainern über Kinderlärm zu Ohren gekommen. "Derzeit ist es ruhig und das bei immerhin 23 Spielplätzen in der Gemeinde", sagt Kraxner. Und fügt hinzu: "Die Wolfsberger scheinen den Kindern das Spielen nicht übel zu nehmen."

Stadtrat Peter Zernig (SPÖ), zuständig für Park- und Gartenanlagen in Wolfsberg: "Bis auf vereinzelte Rückmeldungen von einer älteren Dame sind die Leute insgesamt sehr kinderfreundlich eingestellt."

Auch in der Stadtgemeinde St. Andrä scheinen Lärmprobleme mit spielenden Kindern weitestgehend fremd zu sein. "Mir sind keine Beschwerden bekannt. Weder in der Nähe von Schulen, noch von Kinderhorten. Die Erwachsenen sind bei uns offensichtlich sehr kinderfreundlich", sagt Bürgermeister Peter Stauber (SPÖ).

DANIELA VALLANT

Daten und Fakten

Ruhezeiten. Für spielende Kinder in einer Wohnanlage gelten die vorgeschriebenen Ruhezeiten laut Hausordnung. Laut Gesetz ist derartiger Lärm um 22 Uhr einzustellen. Bei Beschädigung fremden Eigentums haften die Eltern für ihre Kinder.

Spielplatz. Der Lärm auf einem Spielplatz kann nicht als Störung angesehen werden.

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