Gemeinde will die Schule in Kamp erhalten
Volksschule Kamp soll wie die Schule in Forst weitergeführt werden. Gemeinde Frantschach-St. Gertraud will 25.000 Euro für Schulerhaltung bereitstellen - wenn das Land den Lehrer zahlt.
I ch habe Verständnis für die Wolfsberger Politiker und Eltern. Aber was in Forst mit acht Kindern möglich ist, muss auch in Kamp mit derselben Zahl machbar sein." So reagiert St. Gertrauds Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) auf die Aufhebung des Schließungsbescheids von Landesschulreferent Uwe Scheuch (FPK) für die Volksschule Forst bei Wolfsberg. Dort herrscht auch im Herbst weiterhin Betrieb.
Die Schule in Kamp kämpft seit Jahren mangels Schülern ums Überleben. Derzeit zählt man neun Kinder. Eine Aufrechterhaltung war nur möglich, da es von der zuständigen Abteilung der Landesregierung eine Ausnahmeregelung gab und sich gleichzeitig die Gemeinde als Schulerhalter bereit erklärte, alle Kosten (außer die Bezahlung des Lehrers) zu übernehmen. Die Kosten für die Gemeinde lagen bei rund 25.000 Euro. "Wenn das Land den Lehrer wieder bezahlt, werden wir die 25.000 Euro auch im kommenden Schuljahr bereitstellen", sagt Vallant, der diese Woche einen Antrag an das Land stellte.
Die Gemeinde entscheidet
Eine Zu- oder Absage stehe noch aus. Es gibt bereits positive Signale: "Wenn die Gemeinde eine Weiterführung will, werden wir uns sicher nicht querlegen", sagt Scheuch. Das ist die politische Sicht. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Abteilung sowie der Landesschulrat vermehrt empfehlen (wie auch im Fall Forst), Schulen unter zehn Kinder zu schließen. "Das Land hat zwar Gesetze, ab wann Kleinschulen zu schließen wären. Es exekutiert diese Gesetze aber nicht, sondern überlässt die Entscheidung den Gemeinden", klärt Bezirksschulinspektor Thomas Haudej auf.
Ab Herbst soll die Schülerzahl in Kamp acht betragen. "Ich weiß, dass es unterschiedliche Meinungen über die Sinnhaftigkeit einer Aufrechterhaltung gibt. Aber die Fortführung ist der Wunsch der Eltern", sagt Vallant. Abteilung und Landesschulrat halten dennoch eine Eingliederung der Kamper Schüler in eine größere Schule - in diesem Fall St. Gertraud - für sinnvoller. "Ein voll organisierter Schulstandort verfügt über eine bessere Infrastruktur als eine Expositur. Auch im Bereich der Unterrichtsgestaltung und der Nachmittagsbetreuung kann den Schülern mehr geboten werden", heißt es. Auch bei Vertretungen von Lehrerausfällen könne an einem größeren Standort flexibler gehandelt werden. "Außerdem benötigen Kinder in diesem Alter einen Vergleich mit Gleichaltrigen, was bei einer Expositurklasse nicht gegeben ist", heißt es aus der Abteilung.
Hoffnung auf zehn Kinder
Haudej: "Den Eltern geht es um die Standorterhaltung. Aus pädagogischer Sicht ist eine Kleinschule wie Kamp langfristig nicht das Gelbe vom Ei." Erfreut über Vallants Vorstoß zeigt sich hingegen Franz Dorner, Obmann der Arge zur Erhaltung der Schule: "Im Schuljahr 2012/13 gibt es wieder zehn Kinder. Es ist gut, wenn etwas im Ort erhalten bleibt."
In der Diskussion rund um die Schule Forst spart Vallant nicht mit Kritik: "Das gegenseitige Ausspielen von Gemeinde und Land gab kein gutes Bild in der Öffentlichkeit ab. Das Land muss konkrete Maßnahmen für Schließungen treffen, die Gültigkeit haben und von den Politikern getragen werden. Gibt es weiterhin Schlupflöcher, enden diese Diskussionen nie." Scheuch dazu: "Auch wenn es Gesetze gibt, entscheiden wir von Fall zu Fall, bei welcher Schule eine Aufrechterhaltung Sinn macht und bei welcher nicht."
Features
FAKTEN
Zahlen. Die Schülerhöchstzahl in Kamp wurde 1937/38 mit 122 Schülern erreicht. Doch durch Abwanderung und das Auslaufen der vierjährigen Oberstufe 1970 verzeichnete man Rückgänge.
2005/06. Drohte das "Aus", da das Land die Schule aufgrund einer zu geringen Schülerzahl schloss. Doch auf Initiative von Franz Dorner ("Arbeitsgemeinschaft Volksschule Kamp") gelang es, den Betrieb ein Jahr lang privat weiterzuführen. Seit dem Schuljahr 2006/07 und 2008/09 wurde die Volksschule dann wieder als Expositur der Schule in St. Gertraud geführt.
2011/12. Acht Schüler vorgesehen.
Exposituren. Im Bezirk Wolfsberg gibt es mit Forst, Kamp und Pölling drei Exposituren. Alle drei sind (vorerst) gesichert.














