Die Kirche geht in die Offensive
Missbrauchsfälle, Zölibat & Co.: am Mittwoch ab 19.30 Uhr steht Bischof Alois Schwarz im Markus-Saal in Wolfsberg Rede und Antwort.

Foto © APA2010 musste die katholische Kirche eine Flut an Austritten hinnehmen: Kärntenweit distanzierten sich 5639 Schäfchen
Die drei Dekanate im Lavanttal mussten im Vorjahr eine große Austrittswelle beklagen - 493 Gläubige kehrten der katholischen Kirche den Rücken, mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor. Dem standen 2010 "nur" 19 Wiedereintritte gegenüber. "Gründe für einen Austritt sind für viele sicher die Anlässe aus der Vergangenheit, nämlich die Missbrauchsfälle, aber auch fragwürdige Bischofsernennungen", so Wolfsbergs Stadtpfarrer Engelbert Hofer. "Reformbedarf" herrsche aber auch beim Zölibat oder im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.
Brennende Fragen
Mittwochabend tritt Diözesanbischof Alois Schwarz mit offenem Diskurs vor die Bevölkerung. Über "Brennende Fragen in Kirche und Gesellschaft" wird ab 19.30 Uhr im Markus-Saal des Pfarrhofes Wolfsberg diskutiert. Moderiert wird die Diskussion von Adolf Winkler, dem Chefredakteur-Stellvertreter der Kleinen Zeitung, die als Mitveranstalter auftritt. Mitdiskutieren kann jeder.
"Die Kirche hat eine ausgeprägte Krisensituation zu bestehen, das zeigt der Rekord an Kirchenaustritten im vergangenen Jahr. Deshalb ist sie gut beraten, in die Offensive zu gehen und sich auch in neuen Formen des Diskurses der Öffentlichkeit zu stellen. Es wird sicher spannend", sagt Winkler.
Bereits seit Samstag ist der Bischof im Tal, um für "gute Kontakte" zur Kirche zu sorgen. Diese Kontaktwoche organisiert Max Fritz, Referent für Pfarrgemeinden, mit. "Die Kontaktwoche findet bereits zum achten Mal statt, im Dekanat Wolfsberg erstmals." Noch bis Freitag stehen insgesamt über 40 Veranstaltungen am Programm.















