Vier Gemeinden bilden eine Wirtschaftsregion
Wolfsberg, St. Andrä, St. Gertraud und St. Georgen vereinen sich zu einer Wirtschaftsregion. Abwerben von Firmen soll dadurch ein Ende haben.
Sobald sich eine Firma ansiedeln will, fängt der Kampf der Gemeinden an. Als Köder gewähren Gemeinden immer wieder "Rabatte" auf die zu bezahlende Kommunalsteuer, damit sich der Betrieb bei ihnen ansiedelt. In der Vergangenheit ging der Schuss beim gegenseitigen Abwerben auch schon nach hinten los - etwa im Expansionsfall der Firma Kohlbach: Das Wolfsberger Unternehmen entschied sich schließlich für den Bezirk Völkermarkt.
Um Kommunalsteuer-Dumping, wie Wolfsbergs Bürgermeister Gerhard Seifried (SPÖ) es nennt, einen Riegel vorzuschieben, soll nun die Wirtschaftsregion Lavanttal gegründet werden. Allerdings nur von vier der neun Lavanttaler Gemeinden - von Wolfsberg, St. Andrä, Frantschach-St. Gertraud und St. Georgen.
Laut Seifried findet am Donnerstag die abschließende Runde mit Bürgermeistern und Amtsleitern statt. Nach entsprechenden Beschlüssen in den Gemeinderäten stehe einem Start der Wirtschaftsregion im Laufe des Frühlings nichts mehr im Weg.
Steuern werden aufgeteilt
Hintergedanke: Egal, in welcher der vier Gemeinden sich künftig ein Betrieb ansiedelt - für die Aufschließung des Grundstücks zahlen alle vier Kommunen und auch die Kommunalsteuer wird auf alle vier aufgeteilt. Die Aufteilung der Einnahmen und Ausgaben erfolgt nach einem Schlüssel, wie St. Andräs Bürgermeister Peter Stauber (SPÖ) erklärt.
Seifried: "Wir haben die Kommunalsteuer-Erlöse der Gemeinden genommen und daraus einen Schlüssel errechnet, nach dem abgerechnet wird." Von der Regelung betroffen sein werden nur Firmen, die sich nach Gründung der Wirtschaftsregion ansiedeln. St. Geor-gens Chef Karl Markut (SPÖ): "Damit hört das Abwerben von Firmen auf. Außerdem können wir als kleine Gemeinde damit eine bessere Infrastruktur bieten. Und jede neue Firma bringt Arbeitsplätze."
Einige Skeptiker
In der Vergangenheit war beim Thema Wirtschaftsregion immer vom Gewerbepark St. Andrä die Rede. Seifried: "St. Andrä hat zwar viel Grund, es muss aber nicht unbedingt einen Park geben." Laut Seifried habe man versucht, alle ins Boot zu holen. Doch einige Gemeinden sind skeptisch - und sehen keine Vorteile. Ein späterer Beitritt sei durchaus möglich.














