Hier werden Einbrecher vernebelt
Wolfsberg: Der Juwelier Waschier setzt im Kampf gegen Einbrecher auf eine Vernebelungsanlage.

Foto © RainerGertraud Waschier "flüchtet" vor dem Nebel aus ihrem Geschäft
Immer wieder schlagen professionelle Banden zu und plündern Juweliere und Boutiquen. Schon mehrfach von dreisten Dieben heimgesucht wurde das Juweliergeschäft Waschier am Hohen Platz in Wolfsberg. Und so investiert der Juwelier nun in ein neues, modernes Sicherheitssystem. Dieses wurde am Mittwoch getestet.
Um Einbrechern den Kampf anzusagen, setzt der Juwelier künftig auf Nebel. Im Frühjahr wird eine Anlage eingebaut, die bei einem Einbruch binnen Sekunden dichten Nebel in den Geschäftsräumen erzeugt. "Wie die jüngsten Vorfälle zeigen, steht unsere Branche immer mehr im Blickpunkt von Einbrechern. Auch bei uns wurde in den vergangenen Jahren schon fünf Mal eingebrochen", erklärt Inhaberin Gertraud Waschier und fügt hinzu: "Damit das nicht mehr passiert, habe ich mich entschlossen, in diese Vernebelungsanlage zu investieren."
Trockener Nebel
"Ziel dieser neuen Sicherheitsanlage ist es auch, Sachschäden zu vermeiden. Bei den meisten Einbrüchen wird ja nicht nur gestohlen, sondern auch alles zusammengeschlagen", so Waschier. Sicherheitsmanager Helmut Unterweger erklärt das System: "Die ,Protect'-Schutznebelgeräte produzieren in wenigen Sekunden einen dichten trockenen undurchdringlichen Nebel. Dabei handelt es sich um ein Glykol-Wasser-Gemisch, das nicht schädlich ist." Die Geräte sind mit der Alarmanlage gekoppelt.
Bis zu einer Stunde hält sich der Dampf, der eine Orientierung im Raum unmöglich macht und einem potenziellen Dieb die Sicht auf die Beute nimmt. Der Nebel löst sich rückstandslos auf und beschädigt nichts. "Diese Anlagen sind eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Blitzeinbrüche, stellen aber keinen Überfallschutz dar. Denn man weiß nicht, ob ein im Nebel panischer Täter nicht wild um sich schießen würde", so Unterweger. In der Praxis haben sich die Nebelanlagen bereits bewährt. "Circa 20.000 werden weltweit eingesetzt", schätzt der Sicherheitsmanager. Wie viele es in Österreich sind, ließe sich schwer sagen. Die Kosten der Geräte belaufen sich je nach Größe auf 3000 bis 10.000 Euro.
Features
Schutznebelgerät
Das System. Die Schutznebelgeräte sind mit der Alarmanlage gekoppelt und erzeugen binnen weniger Sekunden in Räumen einen dichten trockenen Nebel. Er macht eine Orientierung im Raum unmöglich.
Gemisch. Bei dem Nebel handelt es sich um ein Glykol-WasserGemisch.
Rückstandsfrei. Der Dampf löst sich nach spätestens 60 Minuten rückstandsfrei auf und beschädigt weder Waren noch Kleidung.















