Aufregung um Altstadt-Wohnungen
Unternehmerbüro plant Wohnungen nahe des Schlossparks in Wolfsberg. Umwidmungsverfahren läuft. Denkmalamt und Grüne sind skeptisch.

Foto © HollaufHinter dem Rathaus Wolfsberg sollen die Wohnungen entstehen. Die Grundstücksumwidmung steht noch aus
E in geplantes Wohnprojekt schlägt derzeit in Wolfsberg hohe Wellen. Die Wolfsberger Unternehmer Erik Jakobitsch und Manuel Stocker planen nördlich des Paurischen Hauses in der Altstadt, angrenzend an den Schlosspark, den Bau von vier zweigeschoßigen Wohneinheiten mit je vier Wohnungen. Größe: 90 bis 120 Quadratmeter. Ergänzt werden soll die Anlage mit drei Einzelwohnungen und einer Tiefgarage.
Die dafür benötigte Fläche von rund 6500 Quadratmeter stehen in Besitz von Ruth Schüßler, der Witwe des verstorbenen Künstlers Karl Schüßler. Sie trat an die Unternehmer mit der Idee einer Realisierung eines derartigen Wohnprojekts heran. "Ich fange mit dem Grundstück nichts an und möchte, dass die Altstadt mit neuen Wohnungen einfach attraktiver wird", so Ruth Schüßler.
"Riss in die Landschaft"
Am 17. Dezember reichten die Unternehmer den Antrag auf Umwidmung der benötigten Fläche von Grün- auf Bauland bei der Stadtgemeinde ein. "Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen darüber entschieden wird. Dann erst können wir in die Detailplanung gehen", sagt Stocker. Der Bauträger und die Baukosten stehen daher noch nicht fest. Miteinbezogen ins Projekt sind auch Ortsbildpflegekommission und Bundesdenkmalamt, da sich das Grundstück hinter dem Rathaus in einem "sensiblen Baubereich" befindet.
Axel Hubmann, Landeskonservator des Bundesdenkmalamts, dazu: "Ich kann mir schon vorstellen, dass dort eine attraktive Wohngegend ist, aber das Projekt würde einen tiefen Riss in die Landschaft verursachen und der historische Kern rundherum wäre gefährdet." Ähnlich sieht es Grün-Politiker Ulrich Habsburg-Lothringen: "Die Darstellung Wolfsbergs würde dadurch stark gestört werden." Stocker: "Ich kann versichern, dass wir kein Monsterbauwerk verwirklichen wollen."
Laut Willibald Scharf, Leiter der Ortsbildpflegekommission, wird Mitte oder Ende Jänner über die Umwidmung entschieden.














