Investoren retten Druckerei Ploetz
70 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Druckerei Ploetz werden von Investorengruppe übernommen. Am 21. Dezember soll alles besiegelt werden. Neue Ziele: Ausbau von Umsatz und Mitarbeiterstand bis 2012.

Foto © FriedlInsgesamt zehn Millionen wurden 2006 in das neue Produktionsgebäude der Druckerei Ploetz in St. Marein investiert
Anfang Oktober schlitterte die VDM Druck GmbH, einst bekannt als Ernst Ploetz Druck- und Verlagshaus, in die Insolvenz. "2006 haben wir zehn Millionen Euro in ein neues Produktionsgebäude in St. Marein investiert. Ein halbes Jahr später fiel ein Großkunde weg, danach traf uns der Konkurs eines Partners finanziell", sagte Geschäftsführer Christian van der Fecht nach Bekanntwerden der Insolvenz. Ende September drehte schließlich die Bank den Geldhahn zu.
20-prozentige Quote
"Unser Ziel ist die Fortführung der Firma", sagte van der Fecht damals. Und so wurde ein Ausgleich mit einer 20-prozentigen Gläubigerquote angestrebt. "Aus eigener Kraft könnte die Druckerei die Quote nie zahlen, es geht nur mit Investoren", sagt Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband, der eine 20-Prozent-Quote für angemessen hält.
Laut Ruckhofer wurden im Zuge der Insolvenz Forderungen in der Höhe von 12,6 Millionen Euro eingebracht. Dem steht ein Vermögen von fünf Millionen Euro gegenüber. "Liegenschaften und Maschinen wurden mit je 2,5 Millionen Euro bewertet", weiß Ruckhofer.
Nun wurde eine Investorengruppe gefunden, die 70 Prozent der Gesellschaftsanteile übernimmt, sagt der frühere - und voraussichtlich künftige - Geschäftsführer van der Fecht (derzeit ist nämlich Sanierungsverwalter Gerd Tschernitz Geschäftsführer). "Investoren und Hauptgläubiger, also die Banken, haben sich auf einen Sanierungsplan geeinigt. Das Druckzentrum in St. Marein bleibt somit bestehen und alle 33 Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz", sagt van der Fecht.
Mehr Personal bis 2012
Laut dem Grazer Anwalt Bernhard Astner, der die Investorengruppe als Treuhänder vertritt, handelt es sich um drei österreichische Investoren: "Mit der Bank ist im Großen und Ganzen alles abgestimmt, ein paar Details müssen noch geklärt werden. Die Quote von 20 Prozent wird binnen zwei Jahren bezahlt." Ihm zufolge wird der Sanierungsplan am 21. Dezember beschlossen. Laut Astner sei nicht nur die Fortführung der Druckerei gesichert: "Sie soll vom Umsatz und von den Beschäftigten her sogar ausgebaut werden. Ich gehe davon aus, dass der Mitarbeiterstand bis 2012 auf 46 Personen anwächst."
Alter Name kehrt zurück
Künftig wird die Druckerei statt VDM Druck auch wieder Ploetz heißen. Van der Fecht: "Der Name Ploetz hat als Marke schon einen Wert am Markt, daher wollen wir zu dieser Bezeichnung zurück."
Übrigens: Die Wochenzeitung "Unterkärntner Nachrichten" wurde von der Druckerei ausgegliedert. "Die ,Unterkärntner' ist nun eine eigene GesmbH, die Maximilian Habsburg-Lothringen gehört. Er ist auch Herausgeber", sagt van der Fecht, der bis vor Kurzem noch selbst Herausgeber war.














