Sommertourismus brachte Gästeminus
Der Bezirk Wolfsberg muss ein Minus von 3,61 Prozent an Nächtigungen zwischen Mai und August hinnehmen. Nur Reichenfels und Bad St. Leonhard verzeichnen ein Plus.
Von Reichenfels bis Lavamünd wurden heuer von Mai bis August 113.436 Nächtigungen verzeichnet - um 3,61 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen gehen aus der aktuellen Statistik des Regionalmanagement Lavanttal (RML) hervor.
Ein Minus mussten sieben der neun Lavanttaler Gemeinden hinnehmen. Einzig im Oberen Tal kann man sich über ein Nächtigungsplus freuen: In Reichenfels nahmen die Nächtigungen von Mai bis August um 52,94 Prozent zu, in Bad St. Leonhard um 36,35 Prozent.
"In Bad St. Leonhard ist das Plus sicher auf das Gesundheitsresort zurückzuführen", so RML-Geschäftsführerin Margit Thonhauser-Klösch. Das größte Plus verzeichnet Reichenfels: Von Mai bis Ende August wurden um 1574 Nächtigungen mehr verzeichnet. Thonhauser-Klösch: "Dieses Plus ist einem Hotel mit 54 Betten zu verdanken, das von einem neuen Besitzer wieder eröffnet wurde."
Viele Bauarbeiter
Einbußen mussten alle übrigen Gemeinden hinnehmen (siehe Info-Box oben). Während sich die vielen Bauarbeiter für die Koralmbahn in der 2009-Statistik positiv zu Buche schlugen, lässt sich das heurige Minus in einigen Gemeinden auf die niedrigere Zahl an Bauarbeitern zurückführen. "2009 war wegen der HL-AG ein starkes Jahr. In St. Andrä, St. Georgen und St. Paul sind die Arbeiter zum Teil wieder weg", sagt Thonhauser-Klösch. Auch St. Gertraud habe im Vorjahr durch eine große Baustelle profitiert. "Diese ist abgeschlossen, daher gibt es weniger Nächtigungen", heißt es seitens des RML.
Lavamünd punktete bislang vor allem bei Rad-Touristen: "Im Sommer gab es eine Zunahme an Tagestouristen, doch die meisten blieben nicht über Nacht", erklärt Thonhauser-Klösch das Minus.
In Wolfsberg sei laut Tourismusreferent Jürgen Nickel (SPÖ) das Wetter am Minus von 9,26 Prozent schuld: "Bei unbeständigem Wetter fliegen die Urlauber lieber irgendwo hin, wo es beständig ist. Heuer hatten wir das Pech, dass das Wetter nicht beständig genug war. Immerhin liegt unser Hauptaugenmerk auf Wandern, für Schlechtwetter gibt's zu wenig Alternativen."
Vier-Stern-Betriebe beliebt
Im Schnitt verweilen Urlauber vier Tage im Tal. Die meisten kommen aus Österreich, viele auch aus Deutschland, Holland und Italien. "Heuer waren auch Polen stark vertreten", so Thonhauser-Klösch. Die größten Verluste mussten Drei-Stern-Betriebe und gewerbliche Ferienwohnungen hinnehmen. Den größten Zuwachs verzeichneten Vier-Stern-Betriebe.
Features
NÄCHTIGUNGSZAHLEN VON MAI BIS AUGUST 2010
Bad St. Leonhard. 29.427 Nächtigungen (plus 36,35 Prozent).
Frantschach. 6639 Nächtigungen (minus 20,59 Prozent).
Lavamünd. 3147 Nächtigungen (minus 24,42 Prozent).
Preitenegg. 3737 Nächtigungen (minus 7,68 Prozent).
Reichenfels. 4547 Nächtigungen (plus 52,94 Prozent).
St. Andrä. 10.896 Nächtigungen (minus 13,25 Prozent).
St. Georgen. 1492 Nächtigungen (minus 58,9 Prozent).
St. Paul. 3563 Nächtigungen (minus 32,52 Prozent).
Wolfsberg. 49.988 Nächtigungen (minus 9,26 Prozent).
Gesamt. 113.436 Nächtigungen im Bezirk (minus 3,61 Prozent).














