Ploetz: "Ziel ist die Fortführung der Firma"
Christian van der Fecht (45), Geschäftsführer der Druckerei Ploetz und Herausgeber der "Unterkärntner Nachrichten", zur Firmen-Insolvenz.
Seit Freitag gibt es fast nur ein Thema: Der Konkurs Ihrer Firma, von dem 100 Gläubiger betroffen sind. Wie geht es weiter?
CHRISTIAN VAN DER FECHT: Wir streben einen Ausgleich mit einer Quote von 20 Prozent an, zahlbar binnen zwei Jahren.
Wie schätzen Sie die Chance ein, dass die Gläubiger der Quote zustimmen?
VAN DER FECHT: Kann ich nicht beurteilen. Hauptgläubiger ist die Sparkasse mit 75 bis 80 Prozent. Unser Ziel ist die Fortführung der Firma. Hauptkunden und Lieferanten stehen hinter uns.
Die Gründe für den Konkurs?
VAN DER FECHT: 2006 investierten wir zehn Millionen Euro in den Neubau in St. Marein, sechs Monate später fiel ein Großkunde weg. Danach traf uns der Konkurs eines Partners finanziell.
Letztendlich hat die Bank den Geldhahn zugedreht . . .
VAN DER FECHT: Die Bank war das Hauptproblem, obwohl wir seit Monaten ein positives Betriebsergebnis haben.
Wurden die 42 Mitarbeiter bis zuletzt bezahlt?
VAN DER FECHT: Nein, die ausstehenden zwei Löhne zahlt der Insolvenzausgleichsfonds, die weitere Auszahlung übernimmt der Sanierungsverwalter, der ein neues Konto anlegt.
Wie geht es mit den "Unterkärntner Nachrichten" weiter?
VAN DER FECHT: Die Markenrechte der Zeitung wurden 2009 verkauft, ich bin nach wie vor Herausgeber. Sollte die Sanierung der Druckerei schief gehen, ist die Zeitung dennoch gerettet.
Kolportiert wird, dass Maximilian Habsburg-Lothringen die Markenrechte hat.
VAN DER FECHT: Richtig. Er hat die Markenrechte, ich den Lizenzvertrag, um den Namen verwenden zu dürfen. Dafür zahle ich.
Dann blieben die Markenrechte sozusagen in der Familie?
VAN DER FECHT: Ja, Habsburg ist mit meiner Cousine verheiratet.
Wird sich die Blattlinie ändern?
VAN DER FECHT: Nachdem das Team gleich bleibt, ändert sich nichts.
Der "Unterkärntner" wird ein freiheitlicher Hintergrund nachgesagt. Wohl auch, weil ein freiheitlicher Stadtrat für die Zeitung arbeitet . . .
VAN DER FECHT: Wir haben Mitarbeiter aller Richtungen, die für Ausgewogenheit sorgen.
Die 200.000-Euro-Haftung der Stadt, die FPK und ÖVP beschlossen haben, wurde hitzig diskutiert.
VAN DER FECHT: Mittlerweile bereue ich dieses Ansuchen. Das hat der Firma mehr geschadet, als genutzt.
Bedingung für den Beschluss war, dass auch das Land haften müsse.
VAN DER FECHT: Wir bekamen vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds einen 200.000-Euro-Zuschuss. Wir hätten auch die Haftung der Stadt einfordern können, was wir aber nicht getan haben. INTERVIEW: BETTINA FRIEDL, FRANZ HOLLAUF
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Zahlen, Daten, Fakten
Konkurs. Betroffen sind 42 Mitarbeiter (34 von der Druckerei, acht der "Unterkärntner Nachrichten") sowie 100 Gläubiger.
Status. Vermögen: 4,7 Millionen Euro; Schulden: 10,7 Millionen.
Geschäftsführung. Christian van der Fecht (45) ist Geschäftsführer der VDM Druck GmbH und Herausgeber der "Unterkärntner Nachrichten".















