Scharfe Kritik an Straßenausbau
Für Wirtschaftsfachmann Liaunig ist Ausbau der St. Pauler Straße ein "Unsinn". Dörfler kontert.
Scharfe Worte kamen vom Wirtschaftsfachmann Herbert Liaunig aus Neuhaus in einem Interview mit der Kleinen Zeitung bezüglich des Ausbaus der St. Pauler Landesstraße. "Man baut jetzt die Straße von St. Andrä nach St. Paul aus. Diese Straße war nie ein Engpass. Aber jetzt begradigt man Kurven, baut sie aus für Geschwindigkeiten, die 150 Kilometer pro Stunde herausfordern", sagte Liaunig.
Landeshauptmann und Straßenreferent Gerhard Dörfler (FPK): "Ich bin sehr erstaunt, dass ein Wirtschaftsfachmann gegen die Bauwirtschaft und die Schaffung guter Infrastruktur auftritt." Das deshalb, zumal Liaunig laut Dörfler selbst für die Aufschließung seiner Firma "Wild" nahe Völkermarkt vor rund vier Jahren eine Zufahrt, die das Land Kärnten und die Gemeinde Völkermarkt mit 3,5 Millionen Euro mitfinanziert haben, erhalten hat. "Dies war ihm sehr wohl willkommen und ich stehe auch zu diesen Ausgaben, da sie Arbeitsplätze sichern und einem guten Betrieb dienen", sagt Dörfler.
Ausbau sei äußerst wichtig
Der Ausbau der St. Pauler Landesstraße zwischen Framrach und Stadling sei aus verschiedenen Gründen äußerst wichtig. Dörfler: "Die Aufschließung des Bahnhofs Lavanttal in St. Paul, der hohe Lkw-Anteil, die vielen Pendler aus dem Unteren Lavanttal, die Verbindung nach Slowenien, mehr Sicherheit und der völlig veraltete und kostenintensive Zustand der Straße verlangen dies." Als Konsequenz auf Liaunigs Kritik kündigt Dörfler nun an, für eine geplante Linksabbiegespur auf der Bleiburger Straße zu Liaunigs Museum in Neuhaus keine Landesfinanzierung zu genehmigen.
Wolfsbergs Straßenbauamtsleiter Gerald Zikulnig geht davon aus, dass sich die Verkehrsfrequenz auf der St. Pauler Landesstraße zukünftig deutlich erhöhen wird. "Das Teilstück ist 1,7 Kilometer lang. Der Ausbau kostet 2,6 Millionen Euro, die Entwurfsgeschwindigkeit beträgt 80 Kilometer pro Stunde. Die Verkehrsfrequenz beträgt 7000 Fahrzeuge pro Tag, davon entfallen 13 Prozent auf Lkw - Tendenz klar steigend", sagt Zikulnig.
Features
DER AUSBAU
Strecke. Die St. Pauler Landesstraße wird von Framrach bis Stadling auf einer Länge von rund 1,7 Kilometern ausgebaut.
Kosten. Die Arbeiten kosten rund 2,6 Millionen Euro.
Frequenz. Pro Tag nutzen über 7000 Kraftfahrzeuge die Straße, davon rund 13 Prozent Lastkraftwägen. Zukünftig soll die Verkehrsfrequenz deutlich ansteigen.
Planung. Die Entwurfsgeschwindigkeit für den Ausbau der Straße beträgt 80 Kilometer pro Stunde.















