Bundesschulzentrum als ewige Baustelle
Erst im September 2009 wurde die 16 Millionen Euro teure Generalsanierung des Schulzentrums in Wolfsberg abgeschlossen. Nun müssen schon erste Mängel behoben werden.

Foto © RainerSchon wieder zieren Baugerüste Teile des Schulzentrums. Die Arbeiten sollen noch in den Ferien abgeschlossen sein
D ie Generalsanierung des Bundesschulzentrums in Wolfsberg um 16 Millionen Euro wurde nach drei Jahren erst im September 2009 abgeschlossen. Aufmerksamen Anrainern und Passanten blieb es allerdings nicht verborgen, dass derzeit an einem Teil des Gebäudes schon wieder gearbeitet wird.
Laut Pressesprecher Ernst Eichinger von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dem Besitzer des Schulzentrums, werde die Hausfassade eines Abschnitts neu aufgezogen. "Das ist aufgrund einer mangelhaften Ausführung beim Generalumbau dringend notwendig", sagt Eichinger. Die Baufirma Sallinger aus Liebenfels entfernt zurzeit Teile der Wärmedämmung. Geschäftsführer Franz Sallinger: "Es gibt Probleme mit der Dampfdiffusion. Das heißt, dass die Feuchtigkeit in den Räumen nicht von innen nach außen gelangen kann, da die Fensterbänder die falsche Folie haben." Davon betroffen seien vor allem Räumlichkeiten der HLW.
Wer hat die Verantwortung?
Wer für diese Baumängel verantwortlich ist, will seitens der Bauaufsicht niemand sagen. "Die Kosten, die noch nicht feststehen, trägt die verantwortliche Firma", so Gerhard Hirm, Chef des gleichnamigen Zivilingenieurbüros in Klagenfurt, der die örtliche Bauaufsicht über hat. Den Namen der Firma will er nicht preisgeben.
Hirm geht davon aus, dass die Nachbesserungsarbeiten noch in den Sommerferien beendet sein werden. Was würde passieren, wenn man diese Arbeiten nicht angegangen wäre? Hirm: "Dann hätte sich die Lebensdauer des Zentrums um einiges verringert." Ist diese "Sanierung der Sanierung" einmal abgeschlossen, stehen allerdings bereits die nächsten Renovierungen an.
"Es gibt eine Reihe von Wünschen seitens der Pädagogen und Schüler, die im Rahmen des Umbaus leider nicht berücksichtigt wurden", sagt Landesschulratspräsident Walter Ebner. Diese betreffen die Sanitärbereiche, einzelne Klassenräume sowie die Außenanlagen.
Wünsche werden erfüllt
"Die Pläne für die zweite Sanierungsphase müssen beim Ministerium vom Landesschulrat gesondert eingereicht werden. Erst mit dem baulichen und finanziellen Abschluss der laufenden ersten Phase können wir mit der zweiten beginnen", sagt Ebner. Eines ist damit schon jetzt klar: Das Schulzentrum wird noch längere Zeit eine Baustelle bleiben.
Features
Das Bundesschulzentrum Wolfsberg
Sanierung. Im Juni 2007 startete die große Sanierung und Erweiterung des Bundesschulzentrums, die im September 2009 abgeschlossen wurde. Die Kosten betrugen rund 16 Millionen Euro und wurden vom Bund getragen.
Brand. Im August 2008 zerstörte ein Großbrand Teile des Bundesschulzentrums in Wolfsberg. EDV-Räume und Labors im zweiten Stock der HTL wurden zerstört, die darunter befindlichen Räumlichkeiten wurden vom Löschwasser schwer beschädigt. Auch die Böden und Decken mussten saniert werden, da es zu einem Schimmelbefall kam.
"Sanierung der Sanierung". Jetzt wurden erste Mängel nach der Generalsanierung festgestellt. An einem Abschnitt wird zurzeit die Hausfassade neu aufgezogen. Vor wiegend in den Räumlichkeiten der HLW kann die Feuchtigkeit nicht von innen nach außen gelangen, da bei der Sanierung die falsche Folie an den Fensterbändern montiert wurde. Wie hoch der Schaden ist, will von den Verantwortlichen keiner sagen. Noch in den Ferien sollen die Nachbesserungsarbeiten abgeschlossen sein.













