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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 um 10:09 UhrKommentare

Ein Amt, in dem Sie fast alles finden

Wer suchet, der findet: Schlüssel, Schmuck, Schuhe, CDs, Fahrräder, Sonnenbrillen, Handys, Werkzeug, Brieftaschen, Jacken, Schuhe & Co. warten im Fundamt Wolfsberg auf ihre Besitzer.

Vermissen Sie Schuhe, Billard-Queues, Werkzeug oder Ihr Navigationsgerät? Dann sollten Sie einmal im Fundamt in Wolfsberg vorbeischauen. Immerhin landen dort pro Jahr rund 200 Gegenstände. "Zu 80 Prozent werden Schlüssel bei uns abgegeben, aber auch viele Handys", sagt Werner Rink, Leiter des Beratungs- und Servicezentrums der Stadtgemeinde Wolfsberg, in dem das Fundamt integriert ist.

Die meisten "Suchenden" kommen wegen verlorener Schlüssel. "Drei bis vier Personen pro Tag fragen, ob ihr Schlüssel bei uns ist. Es kommen aber auch hin und wieder Anfragen, ob Zahnprothesen oder Zahnspangen abgegeben wurden", sagt Rink schmunzelnd. Doch noch viele andere, mehr oder weniger wertvolle Dinge warten auf ihre Besitzer: Fahrräder, CDs, Werkzeug, Jacken, Sonnenbrillen, Schmuck, Brieftaschen, Handtaschen, Handschuhe & Co. "Wenn es bei den Fundgegenständen einen Hinweis auf den Besitzer gibt, informieren wir diesen gleich", so Rink. Und so konnten bereits etliche Ausweise, E-Cards und sogar ein Schul-Jahreszeugnis ihren Besitzern zurückgegeben werden.

"Gott sei Dank gibt es ehrliche Finder. Bei uns wird auch hin und wieder Bargeld abgegeben", so Rink. Der bislang höchste Betrag: 2400 Euro. Das Geld ist mittlerweile wieder bei seinem Besitzer. "Bei Bargeld muss der Besitzer genau angeben, wo er es verloren hat. Stimmt es mit dem Fundort überein, bekommt er das Geld", erklärt Rink. Dem Finder stehen übrigens laut Gesetz zehn Prozent Finderlohn zu.

Jährliche Versteigerung

Ein Jahr lang werden die Fundgegenstände aufbewahrt. "Laut Gesetz stehen sie nach einem Jahr dem Finder zu. Wir fragen daher jeden, der Gegenstände bei uns abgibt, ob er sie haben möchte, sollten sie nach einem Jahr nicht vom Besitzer abgeholt werden. Wer das will, wird dann von uns kontaktiert", erklärt Rink. Und was passiert mit den Gegenständen, die auch der Finder nicht haben will? "Fahrräder werden einmal pro Jahr, immer Anfang Mai, versteigert. 20 bis 30 Räder kommen jährlich zusammen", so Rink.

Erlös für guten Zweck

Zwischen acht und 15 Euro liegt der Rufpreis bei der Auktion. Meist gehen die Räder um 70 bis 80 Euro weg. "Das Geld kommt dann auf ein Konto der Gemeinde und wird für einen sozialen Zweck verwendet", so Rink. Ebenso kommen Handys, die ein Jahr lang nicht abgeholt werden, einem guten Zweck zugute.

Fundämter gibt es in jeder Gemeinde. Wer etwas findet, hat den Gegenstand in jener Gemeinde abzugeben, wo er gefunden wurde. So wie in Wolfsberg, werden auch in den übrigen Gemeinden im Tal hauptsächlich Schlüssel abgegeben. Die Homepages der Gemeinden Wolfsberg, Reichenfels, St. Georgen und Lavamünd bieten übrigens eine Übersicht der Fundgegenstände. Auf der St. Andräer Homepage hingegen kann man online ein Formular ausfüllen, was man vermisst.

BETTINA FRIEDL

Zahlen, Daten, Fakten

Fundstücke. Jährlich werden am Fundamt in Wolfsberg rund 200 Gegenstände abgegeben

Frist. Ein Jahr lang werden die Fundgegenstände aufbewahrt, danach stehen sie rechtmäßig dem Finder zu

Abholung. Das Fundamt in Wolfsberg ("Alte Post" am Hohen Platz) ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 12.30 und von 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet

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