Schwere Schäden nach Unwetter
Die Schäden nach dem verheerenden Unwetter in der Nacht auf Freitag im nördlichen Lavanttal sind schwerer als bisher angenommen.
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Zahlreiche Keller sind überflutet, Gärten verschlammt, Strommasten von den Wassermassen mitgerissen: Obwohl es in Frantschach-St. Gertraud Donnerstagnacht nur wenig regnete, ist die Gemeinde stark von Überschwemmungen betroffen. Grund waren sintflutartige Regenfälle im Oberen Lavanttal - mit 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit.
"Die Wassermassen flossen über den Waldensteinerbach bei Twimberg in die Lavant. Binnen Minuten war der Fluss einen Meter höher", so Andreas Knauder, Frantschachs FF-Kommandant. Auf einer Länge von drei Kilometern trat die Lavant entlang der B 70 über das Ufer, 300 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Die Packer Bundesstraße war bis gestern von Twimberg bis St. Gertraud wegen Überflutung gesperrt.
"So hoch war die Lavant noch nie. Im Twimberger Graben war die Straße bis zur Abzweigung Theißenegg nicht mehr zu sehen. Alles voll mit Wasser, Schlamm, Geröll und Baumstämmen. Es herrschte höchste Lebensgefahr, wir wurden von den Wassermassen mitgerissen", sagt Knauder, Er war übrigens mit seinen Kameraden inmitten des Gerölls 45 Minuten lang eingeschlossen: "Wir konnten nicht vor und nicht zurück." Der Wasserpegel reichte bis zu den Türgriffen des Feuerwehrautos, das leichte Schäden davontrug.
Polizeiautos unter Wasser
Die Fahrzeuge der Polizei wurden durch das Wasser schwer beschädigt. Am schlimmsten betroffen waren ein Mannschaftsbus und ein Einsatzwagen. Die Garagentore der Polizei hielten nämlich den Wassermassen nicht stand, der Pegel stieg in diesem Bereich auf 1,80 Meter an.
Zahlreiche Gärten und Keller der Häuser entlang der Lavant zwischen Laguna-Bar und Gasthaus Gutschi wurden überflutet - darunter Gemeindeamt, Kindergarten und Polizei. Auch der Sport- und Tennisplatz ist unter dem Schlamm begraben.
In einigen Gärten liegt 30 Zentimeter Schlamm. In der Garage des Gasthauses Gutschi stand der Schlamm fast einen Meter hoch. "Ich war auf Urlaub und wurde telefonisch über das Unwetter verständigt. Ich fuhr noch in der Nacht nach Hause. So schlimm waren wir noch nie von Hochwasser betroffen", so Gastwirt Franz Gutschi, der gestern mit dem Wegschaufeln des Schlamms beschäftigt war.
Verletzt wurde bei den Unwettern im Lavanttal zum Glück niemand, die Höhe des Schadens ist noch unklar. Bei den Aufräumarbeiten verband die Kameraden der Feuerwehren eines: die Angst vor weiteren Überflutungen am Wochenende.
Landesrat Christian Ragger gewährte 20.000 Euro Soforthilfe. Für die Betroffenen gibt es am 22. Juli (18 Uhr) eine Info-Veranstaltung im Café Winkler in Zellach.
Tropentage ohne Ende
Ferlach führte am Freitag wieder die Liste der heißesten Orte an: Knapp 35 Grad wurden gemessen. In Millstatt, Feldkirchen und Pörtschach waren es kaum weniger. Damit haben wir in Kärnten in diesem Juli bereits 15 Tropentage - Tage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad. Der Rekord liegt bei 18, und der dürfte heuer übertroffen werden, glaubt Meteorologe Franz Stockinger. Denn nach der Abkühlung am Sonntag auf Werte um 25 Grad geht es nächste Woche rasch aufwärts. Am Mittwoch rechnet Stockinger schon wieder damit, dass die 30-Grad-Marke überschritten wird. Bisher ist dieser Juli übrigens um 4,7 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Geht es nur halbwegs so weiter, wird das der heißeste Juli seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.
Nächtliche Gewitterfront
Die Hitze der letzten Tage nährt Ängste - nämlich vor verheerenden Unwettern. Gestern erwischte es das Gebiet um Frantschach-St. Gertraud. Am Samstag soll eine Schlechtwetterfront Gewitter und Abkühlung bringen. "In Oberkärnten können sich schon am Nachmittag Quellwolken bilden", warnt Franz Stockinger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Den Zentralraum und das Lavanttal erreicht die Front erst in der Nacht auf Sonntag. Das schützt uns vielleicht vor Schlimmerem. "In der Nacht bleibt eine Front in der Regel nicht an einem Ort stehen, sondern zieht rasch übers ganze Land", erläutert Stockinger. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass sich Hagelunwetter bilden. "Das gab es auch schon in der Nacht", sagt Stockinger.



















