Gesangsprofessorin hofft auf "ihr" Japan
Hiromi Klebel stammt aus Yokohama. Seit 20 Jahren lebt sie mit ihrem Mann in Wolfsberg.

Foto © Friedl
Ein Sieg, eine Niederlage: Das ist die bisherige Bilanz der japanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM. Morgen geht es für Japan im Endspiel gegen Dänemark um den Aufstieg in das Achtelfinale. Die gebürtige Japanerin Hiromi Klebel glaubt nicht, dass "ihr" Team gut abschneiden wird. Dennoch ist die Stimmung im Land gut. "Fußball wird in Japan immer beliebter, es gibt schon viele Fans. Doch Volkssport ist eigentlich Baseball", sagt Hiromi, die in Tokio Musik und Deutsch studiert hat. Ein Stipendium des österreichischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung brachte die Japanerin schließlich zu einem weiteren Studium nach Wien, wo Hiromi, die mit Mädchennamen Abe hieß, ihren späteren Mann Bernhard Klebel kennenlernte. Seit über 20 Jahren leben der Pianist und die Gesangsprofessorin nun schon gemeinsam in Wolfsberg.
"Am Lavanttal gefällt mir vor allem die Landschaft und die Ruhe. Ich selbst komme aus einer großen Stadt, daher schätze ich die reichliche Natur", sagt Hiromi, die aus Yokohama kommt, der zweitgrößten Stadt Japans. "Mindestens ein Mal pro Jahr fahre ich mit Sohn Marko in meine alte Heimat. Wenn ein Nonstop-Flug geht, braucht man 11,5 Stunden", sagt Hiromi, die sich aufgrund ihres Kärntner Dialekts selbst als "halbe Lavanttalerin" bezeichnet. An ihrer alten Heimat vermisst sie vor allem ihre Freunde. "Diese vermisse ich mehr als das Essen", so die Japanerin, die zuhause oft landestypisch kocht: "Mein Mann liebt japanisches Essen." Nachdem Hiromi die einzige Japanerin im Lavanttal ist, trifft sie sich alle zwei Monate mit zehn anderen Japanerinnen, die in Kärnten leben. BETTINA FRIEDL















