Anrainer droht Enteignung
Bad St. Leonhard: Anrainer soll Grund für Umfahrung hergeben, ansonsten droht ihm im schlimmsten Fall die Enteignung. Ein Anwalt wurde eingeschaltet.

Foto © HollaufMitterbacher blickt auf seinen Grund, den das Land für die Umfahrungstrasse im Süd-Abschnitt haben will
Das Haus von Erich Mitterbache befindet sich am Auenweg im Süden von Bad St. Leonhard - unweit der Hofbauerbrücke - und grenzt an die Obdacher Bundesstraße (B 78). Auf die im Bau befindliche Umfahrung ist er nicht gut zu sprechen. Das Land will nämlich, dass Mitterbacher 60 Quadratmeter seines Grundes zwischen Haus und Bundesstraße für die geplante Trasse im Süd-Abschnitt abtritt. Sollte er das nicht tun, so drohe man mit der Streichung der geplanten Lärmschutzwände entlang seines Grundstückes und im schlimmsten Fall sogar mit Enteignung.
"Dass ich meinen Grund hergeben soll, war nie geplant und ich sehe nicht ein, warum ich das tun sollte. Damit die Trasse noch weiter zu meinem Haus kommt?", ist Mitterbacher erzürnt. Ihm zufolge wolle das Land den Grund deshalb, weil für die derzeitigen Trassenpläne zu wenig Platz sei. "Ich frage mich, wie oft man sich noch verplanen wird und wie viel Geld man noch für Pläne zum Fenster hinauswerfen will", so Mitterbacher.
Kritik an fehlenden Infos
Vor allem die Art, wie das Land, speziell Wolfsbergs Straßenbauamtsleiter Gerhard Zikulnig, mit ihm verfahre, treibe ihn zur Weißglut: "Zu mir ist noch nie jemand gekommen und hat mit mir ernsthaft darüber gesprochen. Man will mich immer nur über das Telefon versuchen, weichzuklopfen." Deshalb habe er jetzt die ganze Sache an einen Rechtsanwalt übergeben. "Ich will mich nicht länger verarschen lassen. Vor einer eventuellen Enteigung habe ich keine Angst", so Mitterbacher.
Zikulnig wollte dazu nicht viel sagen: "Wir stehen mit Mitterbacher in Verhandlung." Landeshauptmann und Verkehrsreferent Gerhard Dörfler (FPK) dazu: "Ich bin zu wenig über die Details informiert. Aber ich schätze, dass es an 60 Quadratmetern nicht scheitern wird. Ich kann mir vorstellen, dass man den Grund für die Lärmschutzwände benötigt."
Mitterbacher kritisiert auch die jüngsten Pläne des Süd-Abschnitts, die aktuell einen Kreisverkehr als Einbindung vorsehen. "Staus sind vorprogrammiert. Ich verstehe nicht, warum man sich von der ursprünglichen Variante rechts der Lavant verabschiedete." Dörfler will zwar weiterhin an der neuen Variante festhalten, signalisiert aber, dass der Kreisverkehr noch nicht fix ist: "Ob dieser oder eine andere Form der Einbindung kommt, wird noch geprüft."















