Er will wissen, ob das Land noch richtig tickt
Wolfsbergs Bezirks-polizei-Chef Peter Hauser organisiert Diskussion zu Themen wie Armut, Bildung und Jugend. Sieben Referenten sollen zum Nachdenken und Verändern bewegen.
Ticken wir noch richtig?", fragt sich der Wolfsberger Bezirkspolizei-Kommandant Peter Hauser. Um der Frage auf den Grund zu gehen, hat der 45-Jährige eine ungewöhnliche Veranstaltung organisiert. Am Freitag, dem 11. Juni, werden um 19 Uhr im Rathausfestsaal Wolfsberg auf seine Einladung sieben Lavanttaler Persönlichkeiten zu verschiedenen Themen referieren und sich einer öffentlichen Diskussion stellen.
Kein Platz für Parteipolitik
"Manchmal ist es notwendig, die Frage zu stellen, ob wir noch richtig ticken. Vor allem in Zeiten, in denen beispielsweise mit Blechtafeln und Kopfbedeckungen gefochten wird und in denen Fremde, die alles verloren haben, was wir im Übermaß besitzen, als Sündenböcke missbraucht werden", so Hauser. Dem gelte es entgegenzusteuern. Der Extremsportler verbürgt sich aber dafür, dass bei der Veranstaltung Parteipolitik nichts verloren hat.
"Ich lasse einmal Menschen zu Wort kommen, die einfach mit der Tür ins Haus fallen und das Pferd ausnahmsweise einmal von vorne aufzäumen, was heutzutage ja schon eine Besonderheit darstellt", sagt Hauser. In vier- bis fünfminütigen Referaten sollen sie ihre Meinung zur Situation abgeben und sich im Anschluss der Diskussion stellen.
Wen Hauser zu Rednern erkoren hat? Zum Thema "Jugend" wird Susanne Schüßler, die die mobile Jugendarbeit "aspHALT" in Wolfsberg leitet, Stellung nehmen, zum Thema "Fremde", Grüne-Gemeinderätin Monika Eichkitz, die seit 1991 die Tschernobyl-Kindererholungsaktion organisiert. Dem Thema "Heimat" wird sich Architekt Wolfgang Hölbling widmen, der sich als Vereinsobmann des "Arbeitskreis Obere Stadt" für die Belebung der Wolfsberger Innenstadt einsetzt, der "Kunst", Museumskurator Igor Pucker. "Religion" wird Literat Ottomar Klement in den Mittelpunkt stellen, "Bildung", Autor Bruno Huber und "Armut", Ex-Grünen-Politiker Bernhard Teferle.
Besucheransturm erhofft
"Ich werde nur als Organisator, Moderator und Diskussionsleiter in Aktion treten und dafür sorgen, dass die Parteipolitik keinen Fuß in die Angel bekommt. Mir geht es um die Menschen in diesem Land", sagt Hauser. Und fügt hinzu: "Ein Besucheransturm wäre ein deutliches Zeichen unserer Auflehnung gegen Dummheit und Intoleranz."
Was Hauser dazu bewegt hat, eine solche Diskussion zu organisieren? "Ich habe nichts gegen Positionen, Meinungen, Glaubensbekenntnisse oder Einstellungen. Was mich aber zunehmend irritiert, ist eine noch nie da gewesene Vereinnahmung, in der Form: Wir Kärntner sind so und so und wollen das und das nicht", erklärt Hauser.
Um dieses Denken einmal "aufzubrechen", habe Hauser die - wie er sie bezeichnet - "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und -women" als Referenten gewählt. Hauser: "Denn wir Kärntner sind nicht alle so und so."
Dass es für einen Bezirkspolizei-Kommandanten ungewöhnlich ist, sich in dieser Richtung zu engagieren, findet Hauser nicht. "Einmal bin ich Familienmensch, dann wieder Individualist, heute Polizist, morgen Philosoph. Vieles scheint widersprüchlich. In unserer Gesellschaft ist es nicht leicht, sein ,Ich' auszuleben. Ich versuche mir diesen Luxus zu leisten und für die Zukunft zu erhalten", so Hauser, wie er sich offiziell auf seiner Internet-Seite www.petehauser.at vorstellt.














