Schlammschlacht in Reichenfels
SPÖ stellt favorisierten Standort für Sozialprojekt infrage. Er sei "Sanierung eines maroden Betriebs". Gerüchte um "Freunderlwirtschaft".

Foto © HollaufDie SPÖ Reichenfels kritisiert das Hotel Steinkellner als möglichen Standort für die Beschäftigungswerkstätte
In Reichenfels fliegen auf politischer Ebene die Fetzen. Grund dafür ist die geplante Beschäftigungswerkstätte für Beeinträchtigte. Per Flugblatt schießt die SPÖ scharf gegen den von ÖVP-Bürgermeister Manfred Führer favorisierten Standort - das Areal des Hotels Steinkellner. "Für dieses Projekt wurde ein Kaufangebot vorgelegt, das uns zu hoch erscheint", heißt es im Flugblatt. Und weiter: "Sollte hier ein maroder Wirtschaftsbetrieb auf Kosten aller Bürger saniert werden?"
SPÖ-Gemeindevorstand Herbert Pichler: "Wir stehen dem Projekt positiv gegenüber, aber als Alternative zum Steinkellner-Areal gäbe es noch die Pfarrgründe. Der Kauf wurde 2008 beschlossen, doch zur Umsetzung kam es bis heute nicht." Ihm zufolge würden diese Gründe um ein Drittel weniger kosten.
700.000 Euro für das Areal
Kurios: Noch vor einer Woche sagte Führer gegenüber der Kleinen Zeitung, dass bei diesem Projekt alle an einem Strang ziehen. "In einer Sitzung wurde mir das von SPÖ-Vizebürgermeister Peter Pletz auch versichert", so Führer und fügt hinzu: "Mir geht es nicht darum, ob ein Betrieb profitiert, sondern darum, ein Gebäude im Ortskern samt Veranstaltungssaal zu erhalten und nicht etwas auf der grünen Wiese herzustellen, das uns zu teuer kommt." Noch sei der Standort laut Führer ohnehin nicht fix, da man noch verhandle. Der Preis für das Steinkellner-Areal beträgt circa 700.000 Euro.
Pikant ist der Standort auch dahin gehend, dass der Kauf über den Bodenbeschaffungsfonds, dem Landesrat Josef Martinz (ÖVP) vorsteht, vorfinanziert werden soll. Und in dessen Team sitzt Evelin Schaller-Siutz, Ex-Vizebürgermeisterin von Reichenfels und Ex-Frau des Besitzers des Hotels Steinkellner, Stefan Schaller. Führer will über mögliche Geheimabsprachen nichts wissen: "Ich glaube nicht, dass Schaller-Siutz damit etwas zu tun hat."














