Kampf gegen Drogen im Lavanttal
74 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz gab es 2009 im Tal. Polizei setzt auf Präventionsarbeit.

Foto © ReutersCannabis ist die Hauptdroge im Lavanttal
Immer wieder sorgen Suchtgift-Delikte im Bezirk für Aufsehen. Jüngster Anlassfall: Am Donnerstag entdeckte die Polizei Cannabispflanzen im Wert von rund 10.000 Euro in einem Keller in St. Andrä. Ein Arbeitsloser (25) und seine Lebensgefährtin, die den Keller als "Lagerraum" nutzten, wurden auf freiem Fuß angezeigt. Das Paar ist geständig.
"In Wolfsberg gibt es jährlich etwa 80 bis 100 Anzeigen wegen Drogendelikten. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Gruppen ausgeforscht, die Suchtgift gekauft, angebaut, besessen und verkauft haben", sagt Revierinspektor Andreas Tat-schl. So flogen 2007 im Bezirk mehr als 200 Personen auf. Kärntenweit gab es laut Polizei 1156 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz, im Vorjahr waren es 74 im Bezirk. Tatschl ist mit drei anderen Polizisten als Präventionsbeamter im Bezirk tätig. Dabei hält Tatschl Präventionsvorträge an den Lavanttaler Hauptschulen.
Alkohol und Nikotin
"Aufgeklärt wird vor allem über Alkohol und Nikotin, denn so funktioniert der Einstieg zu härteren Drogen. Denn niemand, der vorher nicht geraucht hat, greift zu einem ,Joint'", so Tatschl. Das Hauptsuchtgift im Tal sei laut Tatschl Cannabis, "härtere" Drogen würden eine eher untergeordnete Rolle spielen.
"Wichtig wäre es, bereits in der Volksschule mit der Präventions- und Aufklärungsarbeit zu beginnen", sagt Tatschl. Dass Aufklärung geleistet wird, erachtet Tatschl als zwingend notwendig. Neben der Polizei kümmern sich auch die Caritas-Beratungsstelle am Wolfsberger Markusplatz und der Verein "aspHALT" in der Freidlgasse um Suchtberatung.
Ein Lichtblick: Kärntenweit sanken die Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz von 2007 auf 2008 um rund 18 Prozent.















