"Vorwürfe werden nun geprüft"
Wolfsberg: Für das BZÖ war "Mobbing von Gemeindebediensteten" einer der Gründe für den Koalitionsbruch. Gemeinde prüft mögliche Klage.

Foto © KLZ/KoscherOb Gemeindebedienstete in Wolfsberg gemobbt wurden, das soll jetzt überprüft werden
Wir tragen keine Unsinnigkeiten mehr mit und sehen nicht länger zu, wie Gemeindebedienstete gemobbt und ungleich behandelt werden", sagte Fraktions-Chef Harald Trettenbrein (BZÖ) Dienstagabend und nannte damit einen der Gründe für den Bruch der rot-orangen Koalition in Wolfsberg. Diese Aussage wird nun von der Gemeinde rechtlich geprüft.
"Mobbing ist ein Verbrechen, das gerichtlich geahndet wird. So einen Vorwurf lassen wir nicht auf uns sitzen, daher wird nun geprüft, ob die Aussage klagbar ist. Nachdem Trettenbrein das aber nicht beweisen wird können, muss er seine Aussage widerrufen", so Vizebürgermeister Wolfgang Knes (SPÖ). Wer der Kläger wäre? Knes: "Nicht die SPÖ, sondern die Gemeinde würde klagen."
SPÖ als Auftraggeber
Und wer von der Gemeinde hat die Prüfung des Vorwurfs in Auftrag gegeben? Knes: "Die Gemeinde prüft das von sich aus, die SPÖ hat damit nichts zu tun." Laut Amtsleiter Werner Mitterbacher ist das aber anders: "Der Auftrag kam vom Bürgermeister und seiner Fraktion." Bis nächste Woche solle die Prüfung dauern, Mitterbacher nimmt eines vorweg: "Mir ist kein Fall von Mobbing in der Gemeinde bekannt."
Auf eine mögliche Klage angesprochen, sagt Trettenbrein: "Ich habe damit kein Problem, dass das geprüft wird. Immerhin kamen vermehrt Angestellte mit Beschwerden zu mir." Welche Beschwerden? "Etwa dass sie im Haus wie Schachfiguren versetzt werden. Außerdem bekommen Gewisse keinen Job, andere werden bevorzugt. Ich halte solche Dinge für Mobbing", so Trettenbrein.
Verwandte eingestellt
Das BZÖ sei auch nicht länger bereit, "den x-ten Verwandten von Knes in der Gemeinde einzustellen". Gestern sagte Knes noch: "Ich habe Verwandte in der Gemeinde, aber die haben ihren Job länger, als ich in der Politik bin." Später jedoch ging ein Anruf bei der Kleinen ein, dass kürzlich zwei Schwäger von Knes bei den Stadtwerken beschäftigt wurden.
Darauf angesprochen sagt Knes: "Ich wurde von der Zeitung gefragt, ob Verwandte von mir in der Gemeinde eingestellt wurden. Meine Schwäger haben aber einen Job bei den Stadtwerken bekommen." Doch die Stadtwerke sind zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Gemeinde. Knes: "Das stimmt, aber die Stadtwerke sind eine eigene Firma."
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Risse
Über Risse in der Koalition berichtete die Kleine Zeitung erstmals vor eineinhalb Monaten. Das Fass zum Überlaufen gebracht haben dürfte die BZÖ-Kritik, wonach es einigen Events in der Stadt an Nachhaltigkeit fehle.
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Heftige Wortgefechte zwischen SPÖ-Vize Wolfgang Knes und BZÖ-Fraktions-Chef Harald Trettenbrein. Daraufhin ließ Bürgermeister Gerhard Seifried (SPÖ) über die "Kärntner Woche" ausrichten, "Berichte über Koalitionskrach waren Sommerloch-Meldungen. Ich bin es gewohnt, dass die Lavanttal-Ausgabe dieser Tageszeitung keinen Journalismus betreibt." Das Interview ist nun vier Wochen her, vorgestern platzte die Koalition. Die Berichte der Kleinen waren also keine "Sommerloch-Meldungen".














