Und einer drückt immer aufs Tempo
Volle Konzentration auf die Pack. In genau zwei Monaten sollen die Steiermark und Kärnten durch eine voll ausgebaute Autobahn verbunden sein. Das Finale wird nichts für schwache Nerven.

Foto © APBlockabfertigung bald Zukunftsmusik?
Abfahrt Steinberg, zweimal rechts einem kleinen grünen Schild folgend, gleich hinter dem Perlwirt steht der zweigeschossige Containerbau. Graues Blech, nackte Neonröhren an der Decke, eine behelfsmäßige Holztreppe nach oben: ein Provisorium. Und eine Art Feldherrnhügel. Für Thomas Gritsch ist die Entscheidung gefallen. "Wir werden pünktlich fertig", beharrt er. Kein Zweifel? "Wir schaffen es bis Ende Juni."
Schaltzentrale.
Die Wiese hinter dem Wirt ist die Schaltzentrale, von der aus Gritsch (34) und die Mannschaft die längste Baustelle der Steiermark dirigieren, die 23 Kilometer auf der Pack. Den Autofahrern präsentiert sich die Sparautobahn von Mooskirchen hinauf auf den Sattel noch immer als Nadelöhr. Seit 2001 wird gegraben, gebohrt, gebaut, umgeleitet, gesperrt und wieder aufgemacht - auf dass eines Tages eine richtige Autobahn mit zwei Spuren und einem Pannenstreifen auf jeder Seite die Steiermark mit Kärnten verbindet.
29. Juni, verspricht die Autobahnengesellschaft Asfinag, versichert Gritsch, während er das Sakko gegen die Warnweste tauscht und aufs Tempo drückt. Eile ist auf dieser Fahrbahn, auf der Betonwände die Spur auf etwa drei Meter verengen, zwar stets unangebracht. Doch der Leibnitzer, Regionalleiter bei der Asfinag und Projektleiter auf der Pack, genießt auf dem Parcours Heimvorteil und braucht sich mit dem gelben Drehlicht auf dem Autodach um die Absperrungen nicht zu kümmern. Jetzt klappert er schnell die Baulose ab.
Termin-Stress.
"Ich bin am Vormittag auf der Pack, dann hab' ich Zeit", spricht er ins Handy. Das Finale ist voll von Terminen. "Wir haben von Beginn an ein genaues Konzept und eine Zeitschiene gehabt, die wir wöchentlich kontrollieren", versucht er zu beantworten, wie man so einen Ausbau überblicken und managen kann. "Wenn es wo eng wird mit der Zeit, drängen wir die Baufirmen, mehr Leute einzusetzen." Wie die Unternehmen das logistisch lösen, ist ihre Sache. Mit dem Anbot legen sie einen Zeitplan vor. Klappt es nicht, drohen hohe Pönalen.
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Fakten
Für die Zustimmung der Autobahn-Anrainer zum Tunnelbau wurde ein 234 Millionen Euro teures Paket an Umwelt- und Lärmschutzmaßnahmen geschnürt, das die Asfinag in drei Blöcken bis 2020 umsetzen will.
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Stau, Stau, StauFoto © Reuters













