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Zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 um 07:48 UhrKommentare

Dieser Familienbetrieb ist echt ein Hammer

Beständiger Erfolg: Das Hammerwerk Müller in Frantschach-St. Gertraud blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück.

Nach dem Schmieden werden die Werkzeuge von den Mitarbeitern am Schleifstein per Hand geschliffen

Foto © FindenigNach dem Schmieden werden die Werkzeuge von den Mitarbeitern am Schleifstein per Hand geschliffen

Mitarbeiter holen Stahlblöcke aus der Glut - per Hand werden Äxte, Hacken und Beile geschmiedet, gehärtet und geschliffen. Was klingt, wie die Werkzeug-Produktion vor einigen Jahrzehnten, ist heute im "Himmelberger Zeughammerwerk" der Firma Müller in Frantschach-St. Gertraud noch Realität. "Seit 1675 ist die Firma Müller ein Familienbetrieb. Und das bereits in der zwölften Generation", sagt Leonhard Müller, der seit 1985 mit seinen Brüdern Wolfgang und Josef den Betrieb führt. "Alles ist noch Handarbeit. Denn die Maschinenproduktion geht auf Kosten der Qualität. Wir verkaufen Qualitätswerkzeuge, sonst würde es uns nicht mehr geben", sagt Josef Müller.

Ohrenschutz ist Pflicht. In der Produktionshalle des Werks schwitzen die Mitarbeiter neben den glühenden Werkzeugen. Ohrenschutz ist hier Pflicht, denn im Sekundentakt geben die Schmiedemaschinen ihr dumpfes Hämmern von sich. Werkzeuge für die Land- und Forstwirtschaft, aber auch für andere Bereiche, wie etwa Zimmerei oder Fleischerei, werden hergestellt. Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien und die USA sind die Hauptabsatzmärkte.

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Josef Müller über die Entwicklung der Axt

Produkte für die Ewigkeit. Die Handarbeit sei bei der Herstellung nicht ersetzbar, denn nicht umsonst hat das Hammerwerk den Ruf, Produkte für die Ewigkeit zu verkaufen. Josef Müller: "Unsere Stärke ist die Produktion regionsspezifischer Produkte. Ein und dasselbe Werkzeug besitzt eine von Region zu Region abweichende Form, die festgelegt ist." Die Geburtsstunde des Hammerwerkes selbst erfolgte 1675 in Stadl an der Mur in der Steiermark. Nach harten Anfangsjahren, in denen die Schmiedekunst von Generation zu Generation weitergegeben wurde, übersiedelte das Werk nach Himmelberg. 1918 erfolgte der Aufbruch an den jetzigen Standort in Frantschach-St. Gertraud.

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Leonhard Müller über die Anfänge der Firma

100 Jahre alte Maschinen. "Die Maschinen und Hämmer unserer Firma sind teilweise über 100 Jahre alt, funktionieren aber wirtschaftlich", sagt Leonhard Müller. Wirtschaftlich ist das Werk aber auch in anderer Hinsicht: Durch eine Turbine in der Lavant am Werksgelände wird der benötigte Strom fast gänzlich selbst produziert. Die Geschäftsführer sehen sich mit ihren Werkzeugen als "Gegensatz zur Wegwerf-Gesellschaft" und Billigprodukten aus China. Insgesamt 50 Mitarbeiter sind derzeit angestellt, davon zehn Lehrlinge.

Forschung und Entwicklung. Großer Wert wird auch auf Forschung und Entwicklung gelegt. So wurde dem Betrieb 2005 der "Forschungs- und Innovationspreis des Landes Kärnten" für eine Axt ohne Rückschlag verliehen. Und eine Axt, mit der jeder trifft, ist gerade patentiert worden.

RENE FINDENIG

Foto

Foto © Findenig

Geschäftsführer Leonhard (links) und Josef Müller neben einer alten Schmiedepresse, die am Werksgelände stehtFoto © Findenig

Hammerwerk Müller

Sitz. Das Hammerwerk hat seinen Sitz in Frantschach- St. Gertraud.
Vergangenheit. 1675 wurde die Firma in Stadl an der Mur gegründet.
Betrieb. Das Werk wird in zwölfter Generation der Familie Müller betrieben. Die Geschäftsführer sind Leonhard, Josef und Wolfgang Müller.
Produkte. Die Firma hat sich auf handgeschmiedete Qualitätswerkzeuge, vor allem für Land- und Forstwirtschaft, spezialisiert.
Mitarbeiter. Derzeit 50 Mitarbeiter, davon zehn Lehrlinge.

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