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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2009 um 20:28 UhrKommentare

Das Todesurteil für Obstbäume

378 Bäume waren 2008 von der Baumseuche Feuerbrand befallen. Experte mahnt heuer zur Vorsicht, denn Befall findet im Sommer statt.

Quendler mahnt die Obstbauern, rasch auf Feuerbrand zu reagieren

Foto © FritzlQuendler mahnt die Obstbauern, rasch auf Feuerbrand zu reagieren

Im Jahr 2008 wurden im Bezirk Wolfsberg 378 Bäume von der Pflanzenseuche Feuerbrand befallen. Für die betroffenen Bäume in Obstgärten wie auch in freier Natur bedeutet dies meistens das Todesurteil. Umso wichtiger ist es daher, dass Obstbaumbesitzer ihre Bäume auch heuer wieder genau beobachten, denn Feuerbrand ist meldepflichtig.

Betroffen. Einer der Betriebe, den der Feuerbrand in der Vergangenheit getroffen hat, ist der Obsthof Lenzbauer in Vordergumitsch. "Bei uns waren die Weinbirn-Bäume befallen und wir mussten 20 Bäume roden", sagt Johanna Gritsch vom Obsthof. Derzeit seien aber keine neuen Fälle aufgetreten. "Von der Witterung her sind wir momentan gut unterwegs. Vorsichtig würde ich jetzt sagen, dass wir heuer gut über die Runden kommen", sagt Siegfried Quendler, Leiter der Obstbauversuchsanlage St. Andrä.

Sofort reagieren. Feuerbrand tritt laut dem Experten vermehrt im Sommer auf, wenn alles zu blühen beginnt, und dort, wo Kernobst wächst. Quendler: "Die Krankheit befällt Bäume mit offenen Wunden, wie zum Beispiel durch Hagelschäden. Wichtig ist, sofort zu reagieren und die Stellen zu stutzen." Ansonsten sterben die Bäume allmählich ab. Ist der Feuerbrand zu weit fortgeschritten, muss der erkrankte Baum an Ort und Stelle verbrannt werden.

Kein Antibiotikum-Einsatz. Umstritten ist der Einsatz des Antibiotikums "Streptomycin" gegen Feuerbrand, nachdem Spuren davon in österreichischen Apfelproben nachgewiesen wurden. Quendler gibt aber Entwarnung: "Das Mittel darf in Kärnten nicht verwendet werden. Soweit ich gehört habe, wird es in der Steiermark angewendet." Mittel gegen die Krankheit gäbe es zwar, sie seien aber nicht sehr wirksam. Quendler: "Die beste Maßnahme ist, Verdachtsfälle der Gemeinde oder dem Pflanzenschutzdienst Kärnten zu melden."

Hauptsächlich Birnbäume betroffen. Laut Katharina Dianat vom Pflanzenschutzdienst wurden im Vorjahr im Tal 479 Obstbäume untersucht. "Vor allem Birnbäume waren betroffen. 94 Bäume mussten gerodet werden, 184 wurden ausgeschnitten", sagt Dianat. 102 Bäume, bei denen die Krankheit nicht so stark war, stehen unter Beobachtung.

RENE FINDENIG

Anzeichen

Bei Feuerbrand sehen Blätter und Blüten der Bäume wie nach einem Brand aus.

Fälle

Im Jahr 2008 gab es 378 befallene Bäume im Bezirk. Heuer ist bisher noch kein Befall im Lavanttal gemeldet worden.

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