Reichenfels: Bau von Pflegeheim ungewiss
150 zusätzliche Betten bekommt das Tal. An den Standorten Wolfsberg und Frantschach wird nicht gerüttelt, nur in Reichenfels wird Bedarf überprüft.
Das Lavanttal braucht 150 zusätzliche Pflegebetten. Das ergab eine Bedarfserhebung des Landes. Und nachdem bis dato 50 Betten als Obergrenze für ein Heim gelten, kamen als Standorte die Gemeinden Wolfsberg, Frantschach-St. Gertraud und Reichenfels mit je 50 Betten in Frage.
Auf Eis gelegt. Der Sozialreferent des Landes, Christian Ragger (BZÖ), hat jetzt alle Heimpläne auf Eis legen lassen, "weil sich die Gemeinden derzeit nicht in der Lage sehen, die laufenden Kosten für Heime zu decken." Städtebund-Obmann Helmut Manzenreiter hingegen mutmaßt einen Finanzengpass im Sozialreferat (wir berichteten). Auf Eis gelegt sind die Pläne jedenfalls so lange, bis eine neue Heimverordnung in Kraft tritt. Mit dieser soll auch die 50-Betten-Grenze fallen, laut Ragger könnten 75 Betten die Norm werden. In drei Monaten könnte die neue Regelung bereits gültig sein.
Bessere Wirtschaftlichkeit. Mit einer höheren Bettenanzahl sei eine bessere Wirtschaftlichkeit gegeben. Laut Siegfried Jost vom Sozialreferat des Landes würden die meisten 50-Betten-Heime "Abgänge produzieren". Und bei 75 Betten könnte sowohl beim Personal, als auch bei der Infrastruktur eingespart werden.
Reichenfels wird geprüft. In den betroffenen Gemeinden im Tal herrscht Verunsicherung, ob denn nun ein Pflegeheim gebaut wird oder nicht. Aus dem Sozialreferat heißt es dazu: "Das Lavanttal bekommt 150 zusätzliche Betten. Ob es jedoch drei Heime zu 50 Betten oder zwei mit jeweils 75 Pflegebetten werden, ist noch unklar", so Jost. Ragger dazu: "Die Heime in Wolfsberg und in Frantschach haben Vorrang. Den Standort Reichenfels müssen wir erst einer Bedarfsprüfung unterziehen." Und sobald die Einigung mit dem Gemeindebund auf dem Tisch liegt, könnte die Freigabe erfolgen.
Keine Bestandserhebung. Der Reichenfelser Bürgermeister Manfred Führer (ÖVP) zeigt sich skeptisch, ob die Marktgemeinde ein 50 Betten-Heim füllen könnte: "Es gab nie eine Bestandserhebung und das nächste Heim ist nur sechs Kilometer entfernt in Bad St. Leonhard." Mit zwei Betreiberfirmen sei die Gemeinde in Kontakt. "Eine davon glaubt, das Heim füllen zu können, die andere nicht", so Führer, der ein Gespräch mit Ragger abwarten will.
Schriftliche Zusage. Frantschachs Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) geht hingegen davon aus, dass ein Heim in "seiner" Gemeinde gebaut wird. "Ich habe eine schriftliche Zusage von der ehemaligen Landesrätin Gaby Schaunig und bis dato kein gegenteiliges Schriftstück erhalten", so Vallant. Und so sei die Gemeinde weiterhin auf der Suche nach einem 5000 Quadratmeter großen Grund.
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Auf wene Gemeinde die 150 zusätzlichen Pflegebetten im Tal aufgeteilt werden, steht noch in den SternenFoto © APA
Auf wene Gemeinde die 150 zusätzlichen Pflegebetten im Tal aufgeteilt werden, steht noch in den SternenGrafik © APA
Rund um die Pflege im Bezirk Wolfsberg
Bedarf. Das Land Kärnten hat eine Bedarfserhebung für Pflegebetten durchgeführt. Das Ergebnis: Für das Lavanttal sind 150 zusätzliche Betten notwendig.
Standorte. Als Standorte für ein Pflegeheim sind bislang die drei Gemeinden Wolfsberg, Frantschach-St. Gertraud und Reichenfels zu je 50 Betten in Frage gekommen. Laut Sozialreferent Christian Ragger hätten die Heime in Wolfsberg und Frantschach Vorrang, für Reichenfels müsse erst der Bedarf erhoben werden.
Pflegeheime. Bestehende Heime gibt es bereits in St. Andrä ("Haus Elisabeth"), Wolfsberg (Bezirksaltersheim), Lavamünd (Pflegeheim Klösch), Bad St. Leonhard (SeneCura-St. Vinzenz) sowie in St. Paul (AVS-Pflegeheim).















