So hat sich die Fastenzeit verändert
Früher hatte das Fasten einen religiösen Hintergrund, heute kaum noch. Und auch einige alte Bräuche sind mittlerweile in Vergessenheit geraten.

Foto © Raffling
Die einen verzichten auf Alkohol oder Zigaretten, die anderen nach religiösem Vorbild auf Fleisch und manche haben sich vielleicht eine etwas skurrilere Form des Fastens ausgesucht und verzichten 40 Tage lang auf McDonald's oder Kaugummis. Ob Saftfasten, Autofasten, Heilfasten oder Suppenfasten, eines ist klar: Das Fasten ist voll im Trend, jedoch hat es nur noch wenig mit dem ursprünglichen Fastengedanken zu tun.
Kein Fasten am Sonntag. "Das heutige Schönheitsfasten zum Abnehmen kam erst mit dem Wohlstand. Früher hatte das Fasten einen religiösen Hintergrund. Heute findet man neue Formen, um das Fasten attraktiver zu machen", so Wolfsbergs Stadtpfarrer Engelbert Hofer. Die Fastenzeit verlief früher von Aschermittwoch bis Karsamstag nach der Auferstehungsfeier. Mancher mag sich jetzt vielleicht wundern, da es eigentlich 46 Fasttage sein müssten. Dafür hat Hofer eine Erklärung: "Man zählt die Sonntage weg, denn die galten auch früher nicht als Fasttage."
Angst, dass was passiert.
Im Vordergrund stand das Leiden Jesus, der nach biblischer Überlieferung 40 Tage fastend und betend in der Wüste verbrachte. Fleisch war früher ein Luxus, den sich nicht jeder leisten konnte. Um auch Opfer zu bringen und an die Leiden Jesus zu denken, verzichtete man auf Fleisch und in manchen Orten sogar auf Milch. Damals wurde die Fastenzeit sehr ernst genommen: "Die Leute hatten Angst, dass ihnen etwas passiert, wenn sie nicht fasteten und Fleisch zu sich nahmen", erinnert sich Luise Wasserbacher, Bäuerin aus St. Andrä.
Steinharte Krapfen.
Die Lavanttalerin kann sich noch gut an einen Brauch zur Fastenzeit erinnern, den heute allerdings fast niemand mehr kennt: "Die Krapfen, die am Faschingdienstag übrig geblieben sind, hat man früher auf einer Schnur im Dachboden aufgehängt, bis die Fastenzeit zu Ende war", sagt Wasserbacher. Am Ostersonntag wurden dann die harten Krapfen zusammen mit einer Fleischsuppe gegessen. Zum Frühstück bekam sie Brot mit Milch, da es zu damaligen Zeiten weder Honig noch Marmelade gab. "Es war einfach vieles anders und der Glaube während der Fastenzeit war früher viel intensiver", so Wasserbacher.














