Ein Zweifelnder, der stets auf der Suche ist
Werner Hofmeister (56), Künstler aus Klein St. Paul, hat für den Klagenfurter Dom eine Installation zum Thema "Umkehr und Öffnung" geschaffen. Zu sehen bis morgen.

Foto © NeumüllerWerner Hofmeister vor seiner Installation "Gogotha" für "Kunst im Dom" 2008
Er wäre gerne gläubig. Aber noch ist Werner Hofmeister ein "Zweifelnder auf der Suche". Eine Suche, die mit den Mitteln der Kunst stattfindet und ihn immer wieder in sakrale Räume führt: Noch bis morgen schickt er die Besucher des Klagenfurter Doms in die Sackgasse. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Für die Reihe "Kunst im Dom" hat der Klein St. Pauler die Verkehrsschilder zu einer Installation montiert, die zu "Umkehr und Öffnung" inspirieren soll.
"Auf die Straße". Neben vielen positiven Reaktionen steht im Gästebuch auch zu lesen, dass diese Schilder auf die Straße gehören würden und nicht in einen sakralen Raum. Für den freischaffenden Künstler mehr Kompliment denn Schmähung: "Auch Kirche und der Glaube gehören auf die Straße".
"Nicht hängenbleiben". Und so lässt er auch seinen Christus, den er im Jahr 2003 für den Grazer Kalvarienberg als 15. Station gestaltet hat, vom Kreuz aus in die Peripherie - sprich: in Richtung Wohnsiedlung - springen: "Für mich ist Jesus jemand, der sich den Armen zugewendet und ihren Alltag mit gelebt hat." Außerdem symbolisiert für ihn dieser Sprung, "dass man nicht hängenbleiben soll am Leid. Für Christus war das Kreuz das Sprungbrett, von dem aus er in den Himmel aufgefahren ist", so der gelernte Modellbauer, Grafiker und Designer, der im Jahr 2000 einen ganz besonderen Gesprächspartner in Sachen Religion und Kunst hatte: Kardinal Joseph Ratzinger, mittlerweile Papst Benedikt XVI. "Er hat die Ausstellung ,ICH gegenüber' auf der Strassburg besucht, anschließend haben wir gemeinsam gegessen. Er ist ein sehr begeisterungsfähiger Mensch", erinnert sich Hofmeister.
Quellpunkt. Auch der Theologe Adolf Holl hat bereits in Hofmeisters Atelier vorbeigeschaut, das früher im Klein St. Pauler Lachitzhof untergebracht war. Seit fünf Jahren betreibt Hofmeister dort das "Museum für Quellenkultur", in dem er dem "Q", das seit den 90er-Jahren Ausgangs- und Quellpunkt seiner Kunst ist, ausführlich Raum gibt. Die Galerie im Museum führt seine Frau Brigitte.
Tägliches Brot. Aber Hofmeisters Kunst ist nicht nur im Museum, sondern überall im "Qnstort" Klein St. Paul präsent - nicht immer zur Freude der Bewohner. Sein für die Pfarrkirche gestalteter Volksaltar ist mit Tüchern verdeckt: Der schlichte Betonquader war so Manchem zu ärmlich für einenSakralraum. Dabei ließ sich Hofmeister vom "täglichen Brot der Region" inspirieren: "Hier bei uns lebt alles vom Zementwerk, deshalb habe ich dieses Material benutzt."
"Quellensucher". Auch sein "Quellensucher" im Kreisverkehr in Kappl am Krappfeld - die überdimensionale Skulptur trägt den Spitznamen "Lenin vom Krappfeld" - sorgte für Aufregung. Die ÖVP Kappl wollte die Figur sogar wieder abreißen lassen. Schützenhilfe für Hofmeister kam von höchster Stelle: Maria Rauch-Kallat, damals ÖVP-Generalsekretärin, wies ihre Parteigenossen inKappl zurecht und besuchte Hofmeister in seinem Atelier.
Kunsthaus Herberstein. Aber das ist alles Schnee von gestern. Jetzt freut sich Hofmeister, der 2006 von Bundespräsident Heinz Fischer zum "Professor" ernannt wurde, über seine Ausstellung im Kunsthaus Herberstein, wo er ab 15. März neue Arbeiten zeigt. Darunter auch einen Schilder-Wald, mit dem er den für die "Kunst im Dom" eingeschlagenen Weg fortsetzt.
Apropos Weg: Einer Leidenschaft frönt der zweifache Vater besonders gerne im Frühling: dem Wandern. Da treibt er sich zwischen Waldkogel und Saualm herum und freut sich über das Erwachen der Natur, das in ihm immer ein "großes Gefühl der Hoffnung" auslöst. Womit wir wieder bei Ostern wären.
Features
Zur Person
Werner Hofmeister, geboren 1951 in Klein St. Paul, wo er auch lebt und arbeitet.
Der Künstler (gelernter Modellbauer und Grafiker) verwendet bewusst Materialien aus der Region wie Eisen und Beton.














