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Zuletzt aktualisiert: 06.06.2010 um 05:17 UhrKommentare

High-Tech für die Wildrettung

Jäger des Hegeringes Griffen-Ruden verwenden Infrarot-Gerät, um Kitze vor Mahd in Wiesen aufzuspüren.

Freuen sich über die Rettung eines Rehkitzes: Revierjäger Johann Karnaus, Hegeringleiter Winfried Egger und Landwirt Gerhard Grubelnig

Foto © KatzFreuen sich über die Rettung eines Rehkitzes: Revierjäger Johann Karnaus, Hegeringleiter Winfried Egger und Landwirt Gerhard Grubelnig

Jedes Jahr fallen in Kärnten Hunderte von Rehkitzen der Frühjahrsmahd landwirtschaftlicher Wiesen zum Opfer. Die Jäger des Hegeringes Griffen- Ruden retten nun mit modernen Infrarot-Wildrettern die Kleintiere vor dem sicheren Tod und tragen damit einen wesentlichen Teil zu einem aktiven Naturschutz bei.

Der mit hoch entwickelten Sensoren ausgestattete und tragbare Wildretter ist eine Entwicklung des Zentrums für Luft- und Raumfahrt in München. "Zehn Sensoren sind auf einer sechs Meter langen Tragestange montiert", erklärt Winfried Egger, der Hegeringleiter, das neue Gerät. Diese erfassen die Infrarotstrahlung der Tiere, die sie aufgrund ihrer Körperwärme abgeben. "Das Jungwild, das sich im hohen Gras versteckt hält, wird geortet und kann vor den messerscharfen Mähgeräten gerettet werden." Das Gerät wiegt fünf Kilogramm und ist mit einem bequemen Trageriemen ausgestattet. Der Hegering hat bisher drei Geräte angekauft. Die Kosten pro Gerät betragen 1500 Euro. "Die Gemeinde Griffen hat uns dabei großzügig unterstützt", zeigt sich der begeisterte Jäger, der zurzeit täglich auf den Wiesen unterwegs ist, erfreut.

"Bisher haben wir jedes Frühjahr auf der Suche nach den Kitzen viele Kilometer durch hohes Gras zurückgelegt", berichtet Revierjäger Johann Karnaus. Mit dem neuen Wildretter sei die anstrengende und schweißtreibende Arbeit wesentlich leichter geworden.

"Der Drückinstinkt der Kitze und ihr Festhalten am Ablegeplatz erschwert die Suche", erklärt der Fachmann. Hegeringleiter Winfried Egger rechnet damit, dass allein im Hegering Griffen-Ruden jährlich bis zu 15 Kitze gerettet werden können. "Die Kooperation mit den Landwirten ist perfekt", spricht Egger zusätzliches Lob aus. Jede Heumahd werde der Jägerschaft rechtzeitig gemeldet.

Einen Vorteil hygienischer und gesundheitlicher Natur hätten aber auch die Landwirte. "Denn bei einer Grassilage können durch die getöteten Tiere bei der Verfütterung böse Vergiftungen auftreten."

ROSINA KATZ-LOGAR

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