Kroatische Heimatliebe auf Kärntner Boden
6500 gedachten der "Bleiburger Tragödie". Polizei nahm Extremisten ins Visier.

Foto © Haderlap
Trotz schlechten Wetters versammelten sich am Samstag am Bleiburger Feld über 6500 Kroaten, um der so genannten "Bleiburger Tragödie" zu gedenken. Auf höchster politischer Ebene in Wien und Zagreb wurde das seit 1951 jedes Jahr stattfindende Treffen in jüngster Zeit als "eines der größten faschistischen Treffen" kritisiert. Die Organisatoren des "Bleiburger Ehrenzuges" versuchten daher diesmal, jede Nähe der Veranstaltung zum faschistischen kroatischen NDH-Staat in den Hintergrund zu drängen. (NDH steht für den kroatischen Vasallenstaat der Achsenmächte, der im April 1941 nach der Aufteilung Jugoslawiens unter der Herrschaft der Ustaa entstanden war.)
Zum Teil in kroatische Fahnen eingehüllt, legten die sich selbst als "Bewahrer des Andenkens an die unschuldigen Opfer vor 65 Jahren" bezeichnenden Wallfahrer an der Gedenkstätte Kränze nieder. Hartgesottene Anhänger der nationalkonservativen Partei (HSP) waren bei strömendem Regen sogar mit Motorrädern aus Kroatien und anderen europäischen Staaten angereist.
Kroatische und österreichische Ordnungsdienste sowie die Polizei überwachten die Veranstaltung mit Videokameras. Vor Ort hatte man eine "mobile Haft" eingerichtet für all jene, die österreichische Gesetze verletzten. Einige Teilnehmer ließen sich nicht davon abhalten, ihre Sympathie für die Ustaa-Bewegung in Form militärischer Abzeichen offen zu legen. Es gab Diskussionen mit Ordnungshütern. Andere ließen ihren Ärger hinter vorgehaltener Hand freiem Lauf.







