"Zukunftshotel" in Bleiburg setzt auf Sonnenenergie
Der "Campus Futura" in Bleiburg ist nicht nur das erste Hotel, das sich die Sonne zum Verbündeten macht, hier soll auch die Energiezukunft gestaltet werden. Die Eröffnung ist am 9. Dezember.

Foto © Kleine Zeitung/Werner KoscherMehr als ein Hotel: Campus Futura in Bleiburg
Das neue Hotel Campus Futura in Bleiburg spannt die Sonne ganz schön ein. Sie muss die beiden Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung aufheizen, die Sonnenkollektoren für die Warmwassererzeugung aktivieren und natürlich muss sie zum Wohlbefinden der Gäste die 45 Zimmer ausleuchten und den Energiepark bescheinen, damit sich Solar-Autos und Springbrunnen in Bewegung setzen. Ganz schön viel Arbeit für den Sonnenball und das ganz ohne Bezahlung.
"Wir wollen zu 80 Prozent energieautark sein", betont der Vorstand der Jufa-Gruppe Gerhard Wendl. Der Campus Futura ist, wie schon der Name vermittelt, ein echtes Zukunftshotel und das 40. in der Gruppe. Doch das klimafreundliche Haus ist nicht nur für die "Schafwoll-Fraktion" konzipiert, die im Urlaub ihr Umwelt-Gewissen kalmieren will. Willkommen sind alle, die sich mit dem Erlebnis "Energie" auseinander setzen möchten. "Unsere Philosophie ist, über den Faktor Spaß, spielerisch Energie-Bewusstsein zu schärfen", betont Wendl und setzt nach: "Energiesparen ist ja nicht gerade sexy."
Aber es ist spannend, wenn man den Strom für den Laptop am Energiefahrrad selbst erstrampelt, wenn Kinder mit Sonnen-Autos durch den Parcour kurven und auf Solargleitern dahinflitzen und es ist beruhigend, wenn man zum Schifahren auf die Petzen oder zum Baden am Klopeiner See im Solar-Shuttle fährt. Die Körperhitze, um das Zimmer aufzuheizen, holt man sich ganz einfach in der Sauna.
Jugendhotel
Aber ja, der Campus Futura ist ein ganz normales Hotel. Etwas preisgünstiger (ab 30 Euro pro Nacht) und cooler als herkömmliche, weil vor allem für Junge, Junggebliebene und Sportliche konzipiert. 7,5 Millionen Euro hat Jufa in das erste größere Hotel in der Region Petzen investiert. Mit erstaunlichen 65 Prozent Förderung hat sich das Land an dem Pilotprojekt beteiligt. "Das ist ein Novum und soll es bleiben", betont Wendl. Dem touristisch unterbelichteten Südkärnten möchte man mit 20.000 Nächtigungen ganzjährig auf die Sprünge helfen. Das Jufa-Netzwerk sollte es ermöglichen. Die Buchungszentrale ist 24 Stunden in 13 Sprachen erreichbar, 7500 Buchungen sollen schon eingelangt sein. "Wir bekommen im Schnitt täglich 500 Emails", ist Wendl stolz auf die funktionierende Organisation. Für die ansässigen Betriebe und Bauern sollte sich das neue Hotel auszahlen: "Gesunde Lebensmittel kommen aus der Region."
Kärnten ist dem Steirer, der österreichweit 40 Jugendhotels betreibt, ans Herz gewachsen. Zwei weitere werden demnächst gebaut: Auf der Hochrindl und in Weißbriach. Dort wird es allerdings um andere Themen gehen: "Rundum G'sund" auf der Hochrindl und "Bäuerliches Handwerk" in Kärnten.
Features
Energy Cube
Das Seminarzentrum Energy Cube, steht als Aus- und Weiterbildungszentrum für alternative Energien zur Verfügung. Dort wird die berufsbegleitende Ausbildung zum "Soliteur" (Solarinstallateur) ermöglicht. Das Angebot richtet sich auch an Sportvereine, Trainingscamps und Schulsport-Gruppen. Die Ballspielhalle für Aich/Dob wird unmittelbar daneben gebaut und kann mitbenützt werden.








