Auf die Nibelungen folgt Bleiburg
Johann Kresnik, jüngst zu Besuch in seiner Heimat, plant ein Projekt für die Europa-Schau 2009.

Foto © ReutersJohann Kresnik
Der international erfolgreiche Choreograph, Regisseur und Spezialist für starke Theaterbilder Johann Kresnik (68) urlaubte dieser Tage in seinem Ferienhaus in St. Margarethen bei Bleiburg. Der gebürtige Kärntner ist seit 2003 Direktor des Choreographischen Theaters der Stadt Bonn. Die Kleine Zeitung traf ihn zu einem kleinen Sommergespräch.
Wie fühlen Sie sich hier in Bleiburg?
Johann Kresnik: So wie immer. Sehr froh, sehr lustig, sehr gut. Das Wetter ist in Ordnung, ich bin umgeben von freundlichen Leuten. Einfach wunderbar. Ich bin mit meiner kleinen Tochter Anastasia, einem Sohn und einer weiteren Tochter hier.
An welchen großen Projekten arbeiten Sie momentan?
Kresnik: Was jetzt ansteht ist die theatralische Umsetzung der monumentalen Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner am Opernhaus in Bonn. Das Bühnenbild stammt vom Österreicher Gottfried Helnwein. Der talentierte Wiener Komponist Gernot Schedlberger hat für das Stück eine Klangcollage für zwei Konzertflügel komponiert. Der Ring wird als choreographisches Theater in einer Verknappung an einem Abend im Ausmaß von vier bis fünf Stunden gezeigt. Der gesamte Ring dauert normalerweise 16 bis 17 Stunden.
Wie kann man sich Ihre Umsetzung vorstellen?
Kresnik: Die zentrale Figur ist Richard Wagner selbst - mit seinem Leben und Werk zwischen Nationalismus und revolutionären Ideen. Hier geht es um starke mythische Visionen. Wagners Vorbilder, Gönner und Freunde geleiten ihn durch seine Themen, die im Ring des Nibelungen vorkommen: Liebe, Verrat, Fluch und schließlich der Untergang der Götter. Der Ring des Nibelungen ist auch politisches Theater. Es geht darum, was die Kunst heute und zukünftig zu bewegen vermag. Die Tetralogie hat eine gewaltige Faszination, die ich versuche in historischen und politischen Dimensionen zu zeigen.
Features
Zur Person
Johann Kresnik, geboren 1939 in St. Margarethen bei Bleiburg, ist einer der Pioniere des Tanztheaters. Seine Inszenierungen sind meist hochpolitisch und sprengen alle ästhetischen Normen des Metiers.











