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Zuletzt aktualisiert: 22.08.2012 um 20:30 UhrKommentare

Fundstücke kehren selten "heim"

Handys, Schlüssel und Geldtaschen werden oft in Fundämtern des Bezirks abgegeben. Was mit den Gegenständen passiert, ist je nach Gemeinde unterschiedlich.

Der Eberndorfer Amtsleiter Blasius Jager mit einem Fahrrad, das auf seinen Besitzer wartet. Erst kürzlich wurden nicht abgeholte Räder versteigert

Foto © KLZ/Erich VarhDer Eberndorfer Amtsleiter Blasius Jager mit einem Fahrrad, das auf seinen Besitzer wartet. Erst kürzlich wurden nicht abgeholte Räder versteigert

Glücklich können sich Finder vor allem in den Gemeinden Völkermarkt, Griffen, Eisenkappel-Vellach, Gallizien, Sittersdorf und Neuhaus schätzen. Hier gehen Fundstücke, die nicht abgeholt werden, nach einem Jahr Aufbewahrungsfrist an den Finder über. "Beansprucht der Finder den Gegenstand nicht für sich, geben wir ihn an bedürftige Personen weiter", so Ludmilla Ferk von der Gemeinde Neuhaus. In Eberndorf werden wertvolle Stücke nach der Aufbewahrungsfrist offiziell im Hof der Gemeinde versteigert.

Wenig Interesse an Funden

Abgeholt werden weniger als die Hälfte der Fundstücke. In den meisten Völkermarkter Gemeinden kommen etwa 20 Prozent der Gegenstände an den Besitzer zurück. "Dinge mit personenbezogenen Daten und Adresse werden an diese zugestellt", so Natascha Friedrich von der Gemeinde Griffen, "Pässe von Nicht-Österreichern werden an die jeweilige Botschaft übermittelt". In Diex wird ein Fund an der Amtstafel veröffentlicht. "Oft wird nach verlorenen Gegenständen gefragt, die nicht abgegeben werden", so Amtsleiter Stefan Krapesch.

Fahrräder, Schlüssel, Handys, Dokumente, Brieftaschen und Bargeld füllen die Schachteln, Regale, Safes und Kellerabteile der Fundämter. "Häufig wird im Bankomat Bargeld gefunden", sagt Friedrich. Werner Schöpfer von der Gemeinde Eberndorf hat auch schon Eheringe aufbewahrt. "Zwei Sturzhelme liegen derzeit zur Abholung bereit", so Roswita Wedenig vom Fund- und Meldeamt der Gemeinde Völkermarkt.

Auf Parkplätzen, Rad- und Wanderwegen, in Schwimmbädern und Arztpraxen verlieren die Völkermarkter hauptsächlich ihre Habseligkeiten. Ehrliche Finder geben sie in den Fundbüros ab, die in den Gemeindeämtern integriert sind und sich auch nach deren Öffnungszeiten richten. "Außerhalb der Dienstzeit werden vielfach auch bei der Polizeiinspektion Fundgegenstände abgegeben", so Helga Drescher von der Gemeinde Eisenkappel-Vellach.

Selten Lohn für den Finder

In den meisten Gemeinden ist kein Finderlohn üblich, außer in Griffen. Auch in Eberndorf sind die Besitzer oft bereit, an den Finder fünf bis zehn Prozent des Wertes auszubezahlen.

Man soll immer wieder im Fundamt nachfragen, wenn man etwas verloren hat, betont Schöpfer. In Eberndorf versuchen die Gemeindemitarbeiter, die vom Verlust betroffenen Personen ausfindig zu machen. "Die Leute sind immer sehr erleichtert, wenn sie darüber informiert werden, dass der Fundgegenstand bei uns eingetroffen ist."

JULIA SLAMANIG

Geöffnet

Völkermarkt. Das Melde- und Fundamt im Rathaus der Bezirkshauptstadt ist von Montag bis Freitag von 8 bis 12 und außer Freitag auch von 13 bis 16 Uhr geöffnet

Amtszeit. In den Gemeinden Bleiburg, Diex, Griffen, Eberndorf, Eisenkappel-Vellach, Feistritz, Gallizien, Globasnitz, Neuhaus, Ruden, Sittersdorf, St. Kanzian können gefundene Gegenstände während der Amtszeit abgegeben werden

Fundrecht. Wird das Fundstück innerhalb eines Jahres nicht abgeholt, erwirbt der Finder das Eigentum

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