Geld verdient und fürs Leben gelernt
In vielen Betrieben erarbeiten im Sommer Schüler und Studenten ihr Geld. Bekannte Völkermarkter erinnern sich an ihre ersten Ferialjobs.

Foto © FotoliaHelena Wutscher-Grünwald, Leiterin des AMS, arbeitete bei ihrem ersten Ferialjob in einer Bäckerei
Das erste Moped, eine Reise oder Taschengeld für die Studienzeit - jeder junge Mensch hat andere Wünsche. Alle brauchen Geld, um sie zu erfüllen. Dafür arbeiten in den Sommermonaten viele Jugendliche im Büro, in Supermärkten, in Gasthöfen oder anderswo. Schon vor über 30 Jahren haben Völkermarkter in den Ferien ihr erstes Taschengeld verdient.
Arno Ruckhofer, Geschäftsführer des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV), war in seiner Jugendzeit sowohl als Taxifahrer, im Gasthof, bei einer Fleischerei als auch in der Disco tätig. "Seinerzeit gab es Ausflüge mit VW-Bussen vom Klopeiner See nach Venedig, zum Großglockner oder sonst wohin", erzählt der 55-Jährige, "das war immer lustig, teilweise auch anstrengend".
An den Thunersee in der Schweiz führte Elisabeth Cencig (74), Obfrau des Vereins "Female Genital Mutilation"-Hilfe, ihr erster Ferialjob: "Das war die beste Verdienstmöglichkeit." Damals durfte man noch keine größeren Beträge aus der Schweiz ausführen, deswegen musste Cencig das Gehalt in kleinen Beträgen heimschicken. "Ein Brief ist verloren gegangen", sagt Cencig, "deswegen musste ich noch eine Arbeitswoche anhängen".
Farben abgerührt
Wilfried Magnet (62) hat als Jugendlicher schon in der elterlichen Buch- und Papierhandlung und im Farbengeschäft eines Freundes geholfen. "Das Farbenabrühren war sehr spannend", erinnert sich Magnet, "ob wir dabei eine Hilfe waren, bezweifle ich".
Großen Spaß hatte Helena Wutscher-Grünwald (53), Leiterin der Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) Völkermarkt, bei ihrem ersten Ferialjob in Salzburg. "Ich habe in einer Bäckerei sowohl im Verkauf als auch in der Backstube, beim Kochen und im Café geholfen", erzählt sie. Das Gehalt hat sie in ihr erstes Moped investiert. Herbert Pewal, Direktor des Alpen-Adria-Gymnasiums Völkermarkt, hat schmerzliche Erinnerungen an seinen ersten Ferialjob. "Meine Aufgabe war es, die vollen Literflaschen in Kisten zu geben", erzählt er von seiner Arbeit in der Kärntner Molkerei, "an den mit Stanniolpapier verschlossenen Flaschen habe ich mir die Finger aufgeschnitten". Aber die Bezahlung war relativ gut und Pewal kaufte sich davon ein Fahrrad.
Autor Peter Handke hat als Student bei den archäologischen Ausgrabungen auf dem Hemmaberg mitgewirkt. In seinem Buch "Der Chinese des Schmerzes", beschreibt er auch seine Arbeit. "Ohne eigentlich ausgebildeter Archäologe zu sein, habe ich in der unterrichtsfreien Zeit immer wieder an den Ausgrabungsstätten im ganzen Land mitgearbeitet, vor allem auf dem Hemmaberg, wo ich bei der Abtragung des Fußbodenmosaiks der dortigen frühchristlichen Basilika dabei gewesen bin."












