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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2012 um 23:00 UhrKommentare

Seit 50 Jahren hüllenloses Feriendorf

Das Naturisten-Feriendorf Rutar Lido in Eberndorf zählt in Kärnten zu den Pionieren im FKK-Bereich und blickt heuer auf ein halbes Jahrhundert Erfolgs-geschichte zurück.

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Mit 32.000 Übernachtungen im Jahr hat das Rutar Lido in Eberndorf die meisten Nächtigungen. Der FKK-Betrieb feiert heuer 50-jähriges Bestehen. Gäste aus 28 Nationen besuchen das 15 Hektar große Feriengelände mit Camping, Mobilheimen, Hotel, Ferienwohnungen, Sauna, Hallenbad und Schwimmlandschaften im Freien.

"Im Wissen, dass unsere Anlage nicht perfekt ist, arbeiten wir permanent daran, den Menschen den Urlaub so angenehm wie möglich zu machen", betont Peter Rutar, der nach der Lehre bei Rutar Lido Gesellschafter wurde und im Jahr 2006 die Geschäftsführung übernommen hat. In diesem Jahr hat auch die Marktgemeinde Eberndorf dem Unternehmen das Gemeindewappen verliehen.

Erste FKK-Schritte

Mit "Spar"-Laden und Hotel stieg Franz Rutar, Gründer des FKK-Feriendorfs und Mitbegründer von Möbel Rutar, Anfang der 1960er-Jahre in die Gastronomie ein. Das Hotel wurde mit Hallenbad und Sauna erweitert. "Das war der erste Schritt zum Naturismus", so Franz Rutar. Denn die Saunagäste konnten zwischen Duschen und Saunen unbekleidet im Hallenbad schwimmen. "Ich bemühte mich um das Recht, den Seebach so auszubauen, dass ich als Gehbehinderter darin schwimmen konnte", erzählt er von den Anfängen.

Welche Badeanlage?

In den Fünfzigern kamen immer mehr Deutsche auch in das Gebiet um Eberndorf auf Urlaub, aber es fehlte ein öffentliches Bad, um den Vertrag mit einem Reisebüro aufrechtzuerhalten. "Gut gemeint versprach Amtsleiter Poltnik für die Sommersaison ein Schwimmbad in Ortsnähe und meinte damit unser Privatbad", so Franz Rutar. "Mit finanzieller Hilfe und Bürgschaft meiner Brüder gelang es mir, das Versprechen einzulösen und ich konnte im Sommer 1963 Bürgermeister Hafner die Benutzbarkeit der Badeanlage melden."

Nackt ist normal

Seit damals haben sich auch die Menschen verändert. Geschäftsführer Peter Rutar meint, dass die Gesellschaft in den letzten 15 Jahren viel offener geworden sei. Nackte Menschen seien in den Medien eher Alltag als die Ausnahme. "Früher war es etwas Besonderes, einen nackten Menschen zu sehen. Heute kümmert das niemanden mehr." Unter dieser Entwicklung leiden vor allem FKK-Vereine, es fehle die Jugend.

Einige Gäste des Rutar Lido sind aber "die Alten" geblieben, sie besuchen die FKK-Anlage in Eberndorf schon mehrere Jahrzehnte. "Wir beherbergen vorwiegend Naturisten und keine Nudisten", betont Peter Rutar. Der Unterschied liege darin, dass sich Nudisten gerne zur Schau stellen, ähnlich wie Exhibitionisten. Naturisten dagegen wollen sich unter ihresgleichen frei in der Natur bewegen und nicht ihren Körper zur Schau stellen.

Abschließend scherzt er: "Auf jeden Fall haben wir als Unternehmen eine schwere Aufgabe: Wir müssen den Nackten das Geld aus der Tasche ziehen."

JULIA SLAMANIG

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