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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2012 um 20:15 UhrKommentare

Facettenreiche Reise von der Geburt bis zum Tod

Brauchtum, ein Schuss Operette und die Rhythmen der neuen Zeit: Das sind drei der Zutaten für das Stück "Quo vadis?", das am Samstag in Bad Eisenkappel Premiere feiert.

Ein Jahr wurde in Form von Tanz- und Zirkus-Workshops für den großen Tag geprobt

Foto © KLZ/HaderlapEin Jahr wurde in Form von Tanz- und Zirkus-Workshops für den großen Tag geprobt

Das Leppener Tal ist eng, die abendlich-sommerliche Luft feucht und kalt, die Stromleitungen sind am Ende ihrer Leistungskapazität angelangt. Techniker laufen hastig hin und her. Nebenan halten sich die jugendlichen und die jung gebliebenen Darsteller mit Volleyball warm.

Das Prozedere ist die Momentaufnahme der Vorbereitung zur ersten Probe des musikalisch-bewegten Stückes "Quo vadis?" unter der Anleitung von Sebastjan Stari und Ravil Sultanov. Mitproduzent und Obmann des slowenischen Kulturvereines "Zarja" in Bad Eisenkappel, Willi Oina, ist überzeugt, dass es "so etwas in Kärnten noch nie gegeben hat." Allein diese gewagte Aussage gab Anlass für einen Lokalaugenschein der Kleinen Zeitung.

Fließender Übergang

Tatsächlich überrascht die mit allen theatralischen Ausdrucksmitteln durch und durch komponierte Theaterproduktion. Die dynamisch inszenierten volkstümlichen, operettenhaften und mit Slapstick angereicherten Elemente bis hin zu "Drum and Bass" am Auto ausgeführt, Hip-Hop, Videoprojektionen und Breakdance ergänzen sich fließend ineinander. Davor wurde in Form von Zirkus- und Tanz-Workshops ein Jahr lang mit professionellen und Laiendarstellern geprobt. "Es gibt keinen Unterschied zu woanders. Die jungen Leute sind genauso träge, wie überall - nein! Die Darsteller sind über alle Maße hinaus begeistert und ich auch", schwärmt Stari.

Mit "Quo vadis?" soll ein sozialpädagogischer Auftrag erfüllt werden. Verschiedene Generationen sind dazu befähigt, ihre eigene Kultur zu entwickeln, sich mit anderen Kulturen auszutauschen, um in einer kulturell differenzierten Welt eigenverantwortlich und autonom zu handeln. Im Stück selbst wird die mit "Südkärntner Wirklichkeiten" angereicherte menschliche Entwicklung von der Geburt bis zum Tod auf verspielte und ironische Weise dargestellt.

Die Pointe von "Quo vadis?" soll laut Theaterblatt "in der Vereinigung von Jung und Alt in einer symbolischen Zirkusfamilie liegen". Erfolg und Misserfolg, Hass und Liebe, Freundschaft und Feindseligkeit, Freude und Trauer wie der unendliche menschliche Wille nach Veränderung und Vollkommenheit gelten als Leitmotiv. "Quo vadis?" erlebt am Samstag (21 Uhr) bei der Volksschule Leppen seine Uraufführung.

Ohne Unterschiede

Der melancholische Rückblick in die Vergangenheit sowie der frische und ein wenig naiv-romantische Blick auf die Zukunft stehen im Zentrum der Theaterproduktion. "Quo vadis?" zeigt eine Welt ohne religiöse und ethische Unterschiede. Das einzige verbindende Gesetz ist die Liebe zum Werk sowie die Achtung des anderen. Die ineinander verflochtenen Szenen sind rebellisch, jugendlich, nörgelnd, klassisch, kabarettistisch und clownesk. Der mit Humanität und Toleranz ausgestattete Schauplatz ist ein spektakuläres Fest, ohne Rücksichtnahme auf die moderne Gesellschaft mit all ihren Problemen zwischen den Generationen.

ZDRAVKO HADERLAP

Quo vadis?

Mit dabei. Sebastjan Stari und Ravil Sultanov (Regie und Choreografie), Gabriel Lipu und Igor Vienti (Musik), Bla Lukan (Dramaturgie), Garbiel Lipu (Korrepetition), Murat (Beatbox), Mirko Vienti Poli (DJ JAMirko), Emanuel Lipu (Drums und Percussion), Edin Nuhanovi (Breakdance), Petra Ali (Kostüme), Bernarda Kristan (Videoprojektionen), Wolfgang Lehner (Ton und Licht)

Ensemble. 28 professionelle und Laiendarsteller aus Kärnten und Slowenien

Produktion. Slowenischer Kulturverband in Klagenfurt, Musiktheater Gabriel und slowenischer Kulturverein "Zarja"

Uraufführung: Samstag, 21.30 Uhr, bei der Volksschule Leppen

Weitere Termine. 1. und 2. Juli

Informationen. spz@slo.at oder (0463) 514 300 24

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