Makel, Moral und Göttlichkeit
Die Kleine Zeitung besuchte die Teilnehmer des "4. Alpen-Adria-Kunstsymposiums" in St. Kanzian und schaute ihnen bei ihrer Arbeit über die Schultern.

Foto © KLZ/Haderlap"Menschen mit Makel" stehen im Mittelpunkt des Schaffens von Piero Paolo Lucchetta
Im Zeichen der Kunst steht zurzeit St. Kanzian. Bis zum 30. Juni tauschen 14 Künstler aus fünf Ländern beim "4. Internationalen Alpen-Adria-Kunstsymposium" ihre Erfahrungen aus und setzen sich im kreativen Akt mit "inneren sowie äußeren Kulturlandschaften" auseinander. Ihre inhaltlichen Zugänge in der Wahrnehmung des Umfeldes sind dieses Mal überaus differenziert, genauso wie ihre Lebenserkenntnisse und deren Hinterfragung, die sie im Schaffensprozess sichtbar machen.
Dunkle Wolken deuten ein Gewitter an. Auf dem Steg am See lässt sich Nicola Amaru aus Venetien davon jedoch nicht beeindrucken. Bis zu den ersten Regentropfen will er noch die Süduferlandschaft des Sees samt ihrem Licht einfangen.
Zarte Farben
Vom aufsteigenden Dunst des Wassers im niederprasselnden Regen bekommen Minuten später seine Kollegen im Foyer des Kulturzentrum K3 wenig mit. Während Igor Banfi aus Ljubljana Reminiszenzen seiner "inneren (Seelen-)Landschaft" in zart angetragenen Farben nach außen zu stülpen versucht, stehen bei Piero Paolo Lucchetta aus Treviso "Menschen mit Makel" im Vordergrund. Der gesellschaftlichen Doppelmoral mit all ihren Tabus hält er den Spiegel vor. In diesem bekommen die Opfer auch ein Gesicht. Im krassen Gegensatz dazu steht wiederum die "fantastisch-erotische" Landschaftsmalerei von Giancarlo Caneva aus Venetien. In Form farblich verspielter Bildkompositionen verdeutlichen darin in den Himmel ragende Türme das Streben des Menschen nach Göttlichkeit. Am Nebentisch setzt sich Sanja vrlijuga aus Istrien in Form collagierter Bildobjekte mit alten Schriften auseinander, die sie in Mülltonnen aufgefunden hat.
Städteporträts
In sich ruhende Formkörper von Karin Rupacher, mittels Sieb, Acrylharz und Lösungsmitteln aufgetragene Pigmente von Manfred Mörth sowie Hypothesen mediterraner Naturlandschaften, eingefangen in farbintensivem Licht von Enzo Angiuoni aus Kampanien, sind ebenfalls zu bestaunen. Genauso wie die maßstabgetreuen Städteporträts der in Ungarn geborenen und in St. Kanzian lebenden Susanne Riegelnik.
Die fertigen Kunstwerke werden am Samstag bei einer Gemeinschaftsausstellung im Kulturzentrum K3 in St. Kanzian ausgestellt. Der Beginn ist für 19 Uhr angesetzt.
Features
Alpen-Adria-Kunst
Symposium. Das "4. Alpen-Adria-Kunstsymposium" läuft noch bis Samstag. 14 Künstler aus fünf Nationen nehmen heuer teil. Organisiert wird die Veranstaltung von Gernot Schmerlaib und Fritz Unegg
Ausstellung. Die entstandenen Werke werden am Samstag in einer Gemeinschaftsausstellung im K3 in St. Kanzian ausgestellt. Beginn ist um 19 Uhr












