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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2012 um 06:06 UhrKommentare

Erneut Aufregung um Klärschlamm

Unnötige Panikmache um Klärschlamm in Schottergrube in Neuhaus: Grube wird etappenweise renaturiert. Material laut Behörde unbedenklich.

Die Schottergrube und das Kieswerk Neuhaus befinden sich gegenüber dem Kunstmuseum Liaunig

Foto © BudaiDie Schottergrube und das Kieswerk Neuhaus befinden sich gegenüber dem Kunstmuseum Liaunig

Mit dem Titel "Neuhaus-Suha: Kloake des Jauntales" wurde dieser Tage eine E-Mail mit folgendem Inhalt in Umlauf gebracht: "870 Tonnen giftigen Klärschlamms, den die ARA Kohldorf produzierte, wurden von 2008 bis 2011 in der Schottergrube Neuhaus bisher abgelagert."

Bei der Schottergrube gab es 2007 einen Eigentümerwechsel: Die Vallant KEG aus Klagenfurt kaufte die Grube vom vorherigen Betreiber, dem Stift Admont. Der Genehmigungsbescheid für den Schotterabbau ist von 1994, der neue Eigentümer musste allerdings einen Plan zur Renaturierung vorlegen, der 2008 von der Bezirksbehörde bewilligt wurde. Zur Rekultivierung wird Klärschlamm in den Schotterboden eingearbeitet, damit die Vegetation anwachsen kann.

Material beprobt

Martina Petutschnig von der Wasserrechtsbehörde der BH Völkermarkt verweist auf einen Zwischenbericht des Abwasserverbandes Völkermarkt-Jaunfeld (AWV), demnach 2008 977 Tonnen, 2009 96, 2010 49 und 2011 91 Tonnen Klärschlamm eingebracht wurden. In Summe also 1213 Tonnen "unbedenkliches Material, das bevor es in Umlauf kommt, beprobt und der Kärntner Klärschlamm- und Kompostverordnung entsprechen muss", so Petutschnig.

Im August 2010 habe ein geologischer Sachverständiger den Fortschritt der Renaturierung überprüft und für in Ordnung befunden, bestätigt Adalbert Janesch von der Gewerbebehörde der BH Völkermarkt. Doch das ist erst die Hälfte der im Gesamtprojekt vorgesehenen Menge von 2450 Tonnen für die rund drei Hektar.

Kosten verdoppelt

Sechs große Schottergruben im Jauntal hat der AWV bereits renaturiert, teilweise nach Konkursen der Betreiber. Seit 2010 wird der Klärschlamm von der Kläranlage Kohldorf - wegen Beschwerden einiger Weniger - vor der Verwertung noch kompostiert. Richard Roithner, Geschäftsführer des AWV: "Das verteuert die Tonne um das Doppelte auf rund 50 Euro." Der Verband hat dadurch rund 30.000 bis 40.000 Euro Mehrkosten für die Verwertung, die erst wieder alle mit den Kanalgebühren mitzahlen müssen.

HUBERT BUDAI

FAKTEN

Betreiber. Kieswerk Neuhaus, A & W Vallant, Klagenfurt.

Klärschlamm. Von 2008 bis 2011 wurden insgesamt 1213 Tonnen zur Renaturierung der Schottergrube Neuhaus eingearbeitet.

Gesamtbedarf. 2450 Tonnen.

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