Auf deutschen Opernbühnen spielt sie große Rollen
Den Familienchor bei Mittertrixen verstärkte Veronika Waldner vor Jahrzehnten mit ihrer Stimme. Heute singt sie in Metropolen wie Paris, Rom und Tokio. Derzeit lebt die Opernsängerin in Lübeck.

Foto © KKWaldner am Stadttheater Lübeck als "Ortrud" in Richard Wagners "Lohengrin"
Auf über 20 Jahre internationale Opernkarriere blickt die bei Völkermarkt aufgewachsene Veronika Waldner zurück. "Wie in jedem Beruf gibt es schöne und weniger schöne Seiten", sagt die Mezzosopranistin, "ich bin dankbar, die Faszination des Bühnenberufes erleben zu dürfen, was nicht selbstverständlich ist in diesem unsicheren Metier".
Aufgewachsen ist die Musikerin und Sängerin in Gattersdorf bei Mittertrixen. In ihrer Jugend verstärkte Waldner den Familienchor Schüttler, das Vokalensemble Völkermarkt, den Kirchenchor unter Leitung ihres Vaters Josef Kumer und trat mit ihren drei Schwestern als "Schüttler Dirndln" auf.
Nach dem Gymnasium in Völkermarkt wechselte sie an die HBLA in Klagenfurt und beendete die Schullaufbahn an der Pädagogischen Hochschule als Lehrerin für Deutsch und Musik. Die ersten Stellenangebote erhielt Waldner während des Gesangsstudiums an der Grazer Musikhochschule.
Von Graz nach Ulm
An der Grazer Oper, der Wiener Staatsoper und im Salzburger Landestheater stand sie als Solistin auf der Bühne. Das erste fixe Engagement führte die Kärntnerin nach Ulm im Süden Deutschlands. "Da zog glücklicherweise mein Mann mit", erzählt Waldner, "und durfte dort als Freiberufler das magere Sängergehalt aufbessern".
Wuppertal war das nächste Ziel der Sängerin, wo sie 13 Jahre lang ihr großes lyrisches Mezzosopranrepertoire erarbeitete. 1997 hat sie dort Sohn Andreas geboren. Begeistert erzählt Waldner von der Zusammenarbeit mit der berühmten Pina Bausch vom Tanztheater Wuppertal. "Dass ich in zwei ihrer Opernchoreografien mitwirken durfte, war wirklich ein Geschenk!" Bis nach Tokio schaffte es die Völkermarkterin mit der "Iphigenie auf Tauris" und spricht von Applaus vergleichbar mit einem Rockkonzert.
Nach einem Intendantenwechsel ging es weiter in den Norden Deutschlands, nach Lübeck und an das dortige Stadttheater. Vom ersten Tag an hat sich Waldner in die Stadt verliebt. "Sehr viel Flair, die Nähe zur wunderschönen Ostsee", schwärmt die Sängerin, "aber auch im Landesinneren ist es einfach überall schön". Es fehle ihr hier an nichts. "Vielleicht, weil wir als Familie uns haben, deshalb kenne ich auch kein Heimweh."
Trotzdem freut sie sich immer wieder auf die Heimat, die ihr noch schöner vorkommt, seit sie von Kärnten weg ist. "Leider schaffen wir es nur selten, öfter als einmal im Jahr nach Völkermarkt zu kommen." Die Familie plant, sich nach dem Abitur des Sohnes irgendwo weiter im Süden niederzulassen. "Nicht, weil es uns in Lübeck nicht gefällt, sondern weil wir die Wurzeln stärker spüren", begründet Waldner.
Die Rollen gehen der 53-Jährigen nicht aus: "Gerade bin ich mitten in den Salome-Proben. Nonstop geht es mit zwei Traumrollen weiter: mit der Kundry in Parsifal und der Klytämnestra in Elektra." Derzeit ist sie am Stadttheater Lübeck und am Nationaltheater Weimar zu sehen. Daneben kann sie noch immer Kärntnerlieder singen und macht das auch mit Genuss bei ihren Heimaturlauben.
Features
FAKTEN
Lage. Im Bundesland Schleswig-Holstein im Norden Deutschlands an der Ostsee
Einwohner. 214.000
Altstadt. 1800 denkmalgeschützte Gebäude, seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe
Marzipanstadt. Das bekannte Lübecker Marzipan hat bestimmte Qualitätskriterien und wird in die ganze Welt exportiert.











