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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2012 um 05:10 UhrKommentare

Quartiergeber klagt Tschetschenen-Vater

Der Konflikt im Bezirk Völkermarkt zwischen den fünf abgelehnten tschetschenischen Asylwerbern und dem Hauseigentümer beschäftigt jetzt die Gerichte.

Quartiergeber: "Viele Asylwerber, aber fast nie Probleme"

Foto © KLZ/BendeleQuartiergeber: "Viele Asylwerber, aber fast nie Probleme"

Das Verhältnis des Tschetschenen, der mit Gattin und drei kleinen Kindern auf die Abschiebung warten muss, und dem Quartiergeber ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Der Familienvater fühlt sich schlecht behandelt, provoziert und beleidigt. Der Wohnungseigentümer fühlt sich ausgenutzt und bedroht - und weist vehement öffentlich erhobene Vorwürfe zurück, er habe die Familie schikaniert.

"Ich verstehe, dass die Situation der Familie sehr belastend ist", sagt der Kärntner. Doch er will auch seine Seite darstellen: "Nach dem ablehnenden Bescheid vor ungefähr fünf Monaten ist die Familie aus der Landesbetreuung gefallen. Seither lebt sie gratis bei uns." Dass die Eltern und ihre Kinder ein halbes Jahr ohne Strom in einem kleinen Zimmer leben mussten, stimme nicht. Der Stromdefekt wurde nach zwei, drei Wochen repariert und erst im Februar wurde eines ihrer beiden Zimmer (plus Gemeinschaftsküche) für einen weiteren Asylwerber gebraucht. Der Quartiergeber: "Ich habe ein paar tausend Euro verloren."

Er suchte eine Ersatzwohnung, wo die Familie gegen ein paar Tage Arbeit im Monat hätte leben können, doch der Tschetschene lehnte ab: "Wenn es keine Arbeit geben würde, könnte ich die Wohnung sofort verlieren."

Hilfe

Der abgelehnte Asylwerber, der seit acht Jahren in Österreich lebt, hofft, "dass wir mit Hilfe von Aspis, Kirche oder Rotem Kreuz bald eine neue Wohnung bekommen. Wir wollen ja selbst so schnell wie möglich weg."

Der Quartiergeber traut diesen Worten nicht: "So etwas hat er schon öfter gesagt." Der Kärntner hat eine Räumungsklage und eine zweite Anzeige eingeleitet, weil ihn der Tschetschene "vor Zeugen" gepackt und gegen einen Türrahmen gestoßen habe. "Land, Bezirkshauptmannschaft, Polizei, Fremdenpolizei und Hilfsorganisationen lassen mich im Stich. Ich habe keine andere Wahl."

JOCHEN BENDELE

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