Auf grünen Sohlen
Woody, Kärntens letzte und einzige Schuhfabrik, beweist, dass man ein ganz und gar "grünes" Produkt machen kann - und damit gut verdient.

Foto © Woody21 verschiedene Handgriffe sind für die flexible Sohle nötig. Die Prototypen macht Woody im Haus
Nachhaltige Produkte kaufen, die umweltschonend produziert wurden, bewusst einkaufen: Für diesen "grünen" Weg von immer mehr Konsumenten hat Woody in Sittersdorf das passende Schuhwerk. Die einzige Kärntner von nur noch zwei österreichischen Schuh-Manufakturen (neben "Vital" in Tirol) verwendet als Rohstoffe ausschließlich Leder und Weidenholz (aus Kroatien). Nachhaltig ist aber auch ihre Marktposition. Seit 1922 wird das "Holzfußbett" mit biegsamer Sohle schon produziert. Mit Schuhen, Rechen und Gabeln für die Landwirtschaft hatte alles angefangen.
40.000 Paar Holz-Clogs, -Sandalen und -Stiefel hat Woody im Vorjahr abgesetzt. Das brachte 2,7 Millionen Euro Umsatz, die auch heuer wieder angestrebt werden.
Schritt in die Schweiz
Bisher setzt Geschäftsführer Gerhard Piroutz vor allem auf die Märkte Österreich (61 Prozent) und Deutschland (39 Prozent). Seit Kurzem hat er auch Vertriebspartner in der Schweiz. Piroutz meint: "Dieser Markt wird für uns noch mehr hergeben". Die Zielgruppe für sogenannte Bequemschuhe wächst. Auch nach Japan und Russland hat Woody schon geliefert. Nur im Holzzockel-Land Holland besteht kein Interesse.
Große Sprünge kann das 25-Mitarbeiter-Unternehmen allerdings nicht machen. Weil der heurige Winter lange trocken war und der letzte Sommer kühl, ist die Voraus-Order der Händler verhalten: "Das Wetter ist für uns wichtiger als die Konjunktur". Auch die Rohstoff-Preise machen Piroutz, der die Geschäftsführung 1981 von seinem Vater übernommen hat, Sorgen. "Rohhaut wird schon so gehandelt wie Öl. Daher ist Leder im Vorjahr um 30 Prozent teurer geworden. Und auch Klein-Materialien stiegen zuletzt um fünf bis sieben Prozent im Preis." Das trifft, denn Woody fährt ohnehin schon eine höherpreisige Schiene. 79 bis 149 Euro kosten die Holzschuhe. Die asiatische Konkurrenz macht's um die Hälfte billiger, bietet freilich aber nur Holz-Verkleidung statt Holz, aber viele fallen drauf rein.
Prototypen macht Woody im Haus. Für die Produktion der biegsamen Sohle sind 21 verschiedene Handgriffe nötig. 300 Kubikmeter Holz verarbeitet Woody pro Jahr. Ausgeliefert wird per Paketdienst oder Spedition - Standortproblem gibt es keines. Gerade läuft die Entwicklung für Sommer 2013. 45 Modelle in 120 Varianten sind im Programm, die bestgehenden Modelle werden für die nächste Saison übernommen.












