530 haben unterschrieben
Ein Drittel der Bürger von Gallizien will Bürgerversammlung zur umstrittenen Kiesgrube in Linsendorf. Gestern wurden Unterschriften übergeben. Laut Projekt soll an der Westseite des Sees über zehn Jahre 910.000 Kubikmeter Kies abgebaut werden, der über Grafenstein direkt nach St. Veit gebracht wird.

Foto © HaderlapKarma und Leonhard Eder, Robert Wang, Brigitte und Alexandra Setz, Sprecher Edmund Hoke und Tomaschitz
Trotz Unterschriften von einem Drittel der wahlberechtigten Gemeindebürger gegen den geplanten Kiesabbau am Linsendorfer See hält sich die Gemeinde Gallizien in ihrer Entscheidung weiterhin bedeckt.
Bei der gestrigen Übergabe der 530 Unterschriften, die die Bürgerinitiative gegen die Kiesgrube gesammelt hatte, beteuerte Bürgermeister Rudolf Tomaschitz (SP) einerseits, er habe das Projekt "ja eh schon zehn Jahre erfolgreich verhindert"; andererseits liebäugelt er mit dem "Schotterschilling", der durch den Kiesabbau das Gemeindebudget um bis zu 40.000 Euro pro Jahr entlasten könnte.
Immerhin zieht die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative eine innerhalb eines Monats von der Gemeinde verpflichtend einzuberufende Bürgerversammlung nach sich. Deren Resultat sollte den Gemeinderäten bei ihrer Entscheidung über das seit 2001 anhängige Umwidmungsverfahren helfen.
Gemeinde soll verzichten
Initiativensprecher Edmund Hoke hofft auf einen einstimmigen Beschluss "für den wirtschaftlichen Verzicht der Gemeinde zugunsten der Lebensqualität der betroffenen Anrainer in Linsendorf". Der Linsendorfer See hat durch die vom Margarethenbach gespeiste alte Drauschleife natürliche Bademöglichkeiten und einen großen Freizeit- und Naherholungswert.
Laut Projekt soll an der Westseite des Sees über zehn Jahre 910.000 Kubikmeter Kies abgebaut werden, der über Grafenstein direkt nach St. Veit gebracht wird. Bisherige Vorprüfungen des Landes halten die Fläche für den Kiesabbau geeignet. Doch die Bevölkerung äußert große Bedenken hinsichtlich eines eventuellen Dammbruches im Zuge des Kiesabbaus.
Bereits 1994 bereitete der etwa 100 Meter entfernte Drau-Staudamm mit einem Wasseraustritt große Probleme und musste mit hohem finanziellen Aufwand verstärkt werden. Um jegliche Bedenken hinsichtlich eines Dammbruches bei Umsetzung des Vorhabens auszuschließen, hat vorgestern die Gemeinde Gallizien die Abteilung 8 (Geologie) beim Amt der Kärntner Landesregierung ersucht, das umstrittene Projekt nach geologischen Gesichtspunkten neu zu beurteilen.










