Alte Muster sind ihre Masche
Johanna Kalliwoda (70) aus Bleiburg beschäftigt sich seit 15 Jahren mit alten Strickmustern aus dem alpenländischen Raum. Sie erzeugt unter anderem auch Jägerstrümpfe.
Ich habe große Freude, dass ich die Strickkunst erlernt habe", erzählt die ehemalige Krankenschwester und Firmenchefin. Die komplizierten Muster, die ihre Jägerstrümpfe zieren, habe sie von der im Jahre 2004 verstorbenen Gräfin Eleonore Orsini- Rosenberg erlernt.
Dabei handle es sich um sogenannte Ziehmuster. Diese Muster sind aus Bürger- und Bauernhäusern sowie aus Museen in Salzburg, der Steiermark und Bayern überliefert.
Großer Aufwand
"Jeder Strumpf beinhaltet vier bis sechs Mustersätze", sagt die Fachfrau. Der 40 Zentimeter lange Wadenteil werde mit gestrickten Einsätzen verstärkt. Ihre bevorzugten Wollfarben sind grau, beige und grün. "Stricken ist nicht langweilig, es ist eine Hexenkunst", meint Johanna Kalliwoda. Der Arbeitsaufwand für ein Paar Jägersocken sei enorm und betrage bis zu 90 Stunden.
Die komplizierten und symmetrisch angeordneten Strickmuster haben spezielle Bezeichnungen. Die häufigsten Namen, die mittlerweile auch in einem Buch von Lisl Fanderl, das im Rosenheimer Verlag erschienen ist, aufscheinen, sind Tulipan, Jagasteig oder brennende Liebe. Kalliwoda hat bereits einige Dutzend derartiger Strümpfe gestrickt. Ihre Kunden trifft sie bei Basaren und auf Flohmärkten.
"Ich stricke mit der dünnen Wolle abends beim Fernsehen", sagt die 70-jährige Bleiburgerin. Jede Strickreihe habe ein anderes Muster, das genau nach der Vorlage ausgeführt werden muss. Eine industrielle Fertigung der Musterketten sei bisher nicht möglich. "Die Socken passen sehr gut zur kurzen Lederhose oder Pumphose", sagt die vierfache Mutter, die ihre Kinder und Enkel gerne mit Jagdsocken überrascht.
Besonders stolz ist die Kunsthandwerkerin auf einen Beitrag in der neuen Ausgabe des Jagdmagazins "Die Jägerin" (siehe kleines Bild rechts), die nächste Woche erscheint. "Die Liebe zur Sache gibt mir in guten Stunden stille Freude am Stricken", sagt die passionierte Strickerin.
Features
FAKTEN
Flohmarkt. Johanna Kalliwoda verkauft ihre Jägerstrümpfe auf Flohmärkten und Basaren. Der Preis liegt bei rund 120 Euro.
Fertigung. Jeder Strumpf wird mit vier bis sechs Mustern und einem Wadenzwickel gestrickt und ist 40 Zentimeter lang.










