Ein von Abwanderung bedrohtes Paradies
Solava ist von einer malerischen Landschaft umgeben, die jährlich 150.000 Gäste und Besucher frequentieren. Größtes Problem der Gemeinde durch ihre Randlage ist die Abwanderung.
Fährt man entlang der Panoramastraße über den Paulitschsattel von Bad Eisenkappel in die slowenische Nachbargemeinde Solava/Sulzbach, kommt unweigerlich das Gefühl auf, als würde man in eine andere, unbekannte Welt eintauchen. Begrenzt von den malerisch-schroffen Bergmassiven der Oleva, Raduha, Vellacher Kotschna sowie den Kamniko-Savinjske-Alpen betritt man ein landschaftliches Naturjuwel, das sich mit einer erst seit 1894 befahrbaren Schlucht im Osten, drei idyllischen Gletschertälern im Süden und einer Landschaftsterrasse auf über 1000 Meter Seehöhe im Norden offenbart.
"Als die European Destination of Excellence 2009 mit 102 Quadratkilometer Fläche und 540 Einwohnern empfangen und beherbergen wir jährlich 150.000 Besucher und Gäste", sagt Bürgermeister Alojz Lipnik. Zentrales Thema in der Gemeinde ist die Abwanderung. Neben den einsam, idyllisch anmutenden Bauernhöfen auf den Berghängen der Umgebung zeigt sich Solava im Tal als einziger größerer Ort mit etwa 20 Häusern verwaist. Vereinzelt frequentieren alte Menschen die Durchzugsstraße zwischen den eng gereihten Häusern. Nur ein einziges Kind von 25 Grundschülern stammt aus dem beengten Dorf.
Mit der Eröffnung des vorwiegend aus dem "norway grants" finanzierten Rinka-Zentrums soll laut Lipnik "auch dem Bevölkerungsschwund im Dorf Einhalt geboten werden". Das mit 1,1 Millionen Euro errichtete, architektonisch herausragende, multifunktionelle Zentrum beherbergt ein touristisches Informationsleitsystem, Gastronomie mit lokalen bäuerlichen Produkten, Gemeindeverwaltung sowie Büros zur nachhaltigen Wirtschafts- und Regionalentwicklung.
Unweit davon steht die Kirche Marija Snena (Maria Schnee), benannt nach der steinernen frühgotischen Madonnenstatue mit Kind aus den 13. Jahrhundert. Davor, auf dem gepflegten Friedhof, wechseln Mia Cigala und Pavla as Blumen an den Gräbern. Sie beteuern, dass die halbe Gemeindebevölkerung Verwandte in Eisenkappel und Umgebung habe. "Trotzdem gibt es bis auf Verwandtschaftsbesuche sowie gegenseitige Teilnahme an einigen wenigen Kulturveranstaltungen beidseitig der Grenze keine nennenswerte Zusammenarbeit unter den Menschen."
Eng verknüpft mit Eisenkappel sind bereits die 25 Schüler der Expositurschule Solava, die sich regelmäßig unter künstlerischer Leitung von Alfred Pototschnigg mit Schülern der Hauptschule Bad Eisenkappel zu gemeinsamen Kunst-Aktionen treffen.
Features
FAKTEN
Fläche. 102,8 Quadratkilometer
Einwohner. Etwa 540
Bevölkerungsdichte. Fünf Einwohner pro Quadratkilometer
Historische Region. tajerska (Untersteiermark)
Bürgermeister. Alojz Lipnik
Gemeinderat. Sieben parteilose Gemeinderäte
Gemeindebudget. 800.000 Euro
Wirtschaft. Hauptsächlich Land- und Forstwirtschaft, Tourismus (Wandern und Radfahren, Urlaub am Bauernhof) vor allem um den Naturpark Logarska dolina (Logartal), Rinka-Wasserfall, die Steiner Alpen sowie die umliegenden Karawankenberge wie die Oleva
Nachbargemeinde in Kärnten: Eisenkappel-Vellach
Entfernung zu Bad Eisenkappel: 25 Kilometer über den Paulitschsattel (Pavlievo sedlo)
Information: www.solcava.si












