Prevaljes Schiberg ist die Kärntner Petzen
In der jungen slowenischen Nachbargemeinde Prevalje schätzt man die Nähe zu Kärnten. Viele Menschen pendeln hierher zur Arbeit, auch Kinder besuchen Kärntner Schulen.
Seit Dravograd gesperrt ist, werden wir von einer Verkehrslawine überrollt", klagt eine Hausfrau aus Prevalje. "Schade um die schöne Stadt, die in den letzten Jahren aufgeblüht ist." Die Unternehmen Mahle, Rutar und Sadjak sind in dieser, lediglich rund zehn Kilometer von Bleiburg entfernten, slowenischen Stadt ebenso präsent wie die Einkaufszentren Euco, Spar, Hofer und Kik.
Dass zahlreiche Menschen zur Arbeit nach Kärnten fahren und umgekehrt, weiß ein örtlicher Gastwirt zu berichten. "Der Pendelverkehr wächst." Bessere Verdienstmöglichkeiten für alle seien die Folge. Aber auch der Tourismus würde profitieren.
Viele Pendler
"Die Petzen ist unser Schiberg", erzählt der Gastwirt, der viele Leute kennt, die häufig in Bleiburg, Völkermarkt und Klagenfurt einkaufen. Ebenso würden Schüler aus Slowenien Mittelschulen in Kärnten besuchen. "In Prevalje wiederum profitieren Zahnärzte, Friseure und Autowerkstätten vom Pendelverkehr." So nebenbei würden noch Zigaretten eingekauft und das Auto vollgetankt. Er selbst würde Kärnten nicht oft besuchen. "Kann sein, dass die Grenze noch in meinem Kopf ist", räumt der Gastwirt, der übrigens perfekt Deutsch spricht, ein. "Prevalje entwickelt sich besonders gut", meint er jedoch erfreut. Dies sei auch ein Verdienst der Europäischen Union.
Von Grund auf renoviert präsentieren sich die "Osnovna ola", das Bildungszentrum von Prevalje, wo 600 Schüler unterrichtet werden, und das nahe gelegene Seniorenzentrum. "Unsere Fotovoltaikanlage liefert mehr als 200.000 Kilowatt Strom", berichtet ein Lehrer der Schule. Der neue Sportplatz spiele alle Stückerln und die modernen Parkanlagen seien neben Ruheplätzen auch Orte voller Kultur.
"Unser größtes Problem sind jedoch die abgefahrenen Straßen", sagt der Pädagoge, der sich übrigens über Kooperationen mit österreichischen Schulen freuen würde. "Prevalje ist eine junge Stadt mit vielen Kindern." Ihr Wohl sei für alle eine Verpflichtung.
Gähnende Leere
Am Bahnhof, der südlich der Stadt auf einer Anhöhe liegt, herrscht allerdings gähnende Leere. "Früher war hier viel los. Der Bahnhof Prevalje war ein wichtiger Handelsplatz", erinnert sich eine alte Dame, die mit ihrem Enkel die alten Geleise besichtigt.










