Stirbt die Völkermarkter Innenstadt?
7 bis 10 Euro pro Quadratmeter: Hohe Mieten sollen schuld sein an leeren Geschäften am Völkermarkter Hauptplatz. Die Reihen lichten sich.

Foto © BUDAIDas Völkermarkter Geistereck? Wo früher Stiefelkönig, BKS und ein Friseursalon waren, herrscht heute gähnende Leere. Auch Hable sperrt demnächst zu
Totalabverkauf" steht in großen Lettern auf dem Bekleidungsgeschäft Hable am Völkermarkter Hauptplatz Nummer 9 - das beliebte Bekleidungsgeschäft im Herzen der Bezirksstadt sperrt zu. Der letztmögliche Einkaufstag ist laut Inhaber Arnulf Hable noch nicht fixiert. Seit 1979 führt Hable das Geschäft am Hauptplatz, nun tritt er seine Pension an.
Damit fädelt sich demnächst ein weiteres Traditionshaus in die Kette leer stehender Gebäude an der unteren Ostflanke des Hauptplatzes. Nur wenige Meter weiter dümpelt seit mittlerweile 2008 der ehemalige Stiefelkönig vor sich hin - ebenso wie sein Ex-Nachbar - die BKS-Filiale zog heuer nach Klagenfurt - oder der Friseursalon Egger, der bereits seit fünf Jahren in der Griffner Straße seine Kunden frisiert. Und auch die Germ-Liegenschaft - oder vielmehr Germ-Ruine - an der Südeinfahrt Völkermarkts ist kein Renommee für die größte Stadt im Bezirk. Stirbt die Völkermarkter Innenstadt?
"Nein, überhaupt nicht", sagt Bürgermeister Valentin Blaschitz (SP), "es ist natürlich nicht klass', wenn die Innenstadt leer steht, aber wir haben gute Geschäfte, die florieren und gute Ergebnisse erzielen". Blaschitz hofft, "dass die Liegenschaftseigentümer zu vernünftigen Mieten ihre freie Flächen zur Verfügung stellen." Er sieht hier sowohl die Gemeinde als auch den Wirtschaftsverein Zukunft Völkermarkt gefragt, "Überzeugungsarbeit zu leisten."
Mit Hausbesitzern sprechen
Auch Wilfried Magnet, Obmann des Wirtschaftsvereines, will die Hausbesitzer an einen Tisch bekommen, "gemeinsam mit einem Makler, der sagt, welcher Mietpreis realistisch ist". Wer Geschäftsflächen zu vermieten hat - rund 1000 Quadratmeter stehen derzeit leer - müsse flexibler werden. Fortschrittlichkeit signalisieren würde laut Magnet beispielsweise, "wenn die Flächen von Stiefelkönig bis Hable als gemeinsame Fläche offeriert würden". Leichter wäre es auch - und das sei seine private Meinung - wenn die Raumordnung ein Lenkungsinstrument wäre, "das heißt, wenn die Verkaufsfläche an der Peripherie sich nicht weiter ausweitet."
Doch wie viel Miete ist zu viel? Reinhold Janesch, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer weiß, was ein Quadratmeter Verkaufsfläche am Hauptplatz im Schnitt kostet: "Von 7 bis 10 Euro ist ein Anhaltspunkt, der Preis variiert je nach Ausstattung." Für Janesch ein zumindest "teilweise angemessener Preis", denn "der Vermieter muss in der Lage sein, die Substanz des Gebäudes zu erhalten." Für Janesch ist aber auch ein anderer Aspekt wichtig: "Wenn die Völkermarkter wollen, dass die Infrastruktur erhalten bleibt, sollen sie auch vor Ort einkaufen."
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FAKTEN
100 Quadratmeter. Der ehemalige Friseursalon Egger am Hauptplatz hat eine Nutzfläche von 100 Quadratmetern und kostet 800 Euro Miete exklusive Mehrwertsteuer und Betriebskosten, Renovierungsarbeiten notwendig.











