Dunkle Flocken fielen vom Himmel
Rätselhafter Vorfall in Sittersdorf: Nach Regen war Hof mit undefinierbarem Material übersät. Nun ist der Landeschemiker am Werk, um die dunklen Flocken zu untersuchen.

Foto © Jager"Unser ganzer Hof war mit den schwarzen Wuzerln übersät", berichtet das Ehepaar Lomschek. Die flockenartigen Gebilde (oben) waren circa 1,5 Zentimeter lang
Mit einem vorerst unerklärlichen Phänomen wurde am Montag das Unternehmerpaar Johann (62) und Ludmilla (59) Lomschek aus Tihoja in der Gemeinde Sittersdorf konfrontiert: Als kurz nach 17 Uhr ein Unwetter mit starkem Regen ausbrach, fielen dunkle, flockenartige Gebilde vom Himmel.
"Meine Frau und ich saßen im Büro, draußen prasselte der Regen nur so herunter", erzählt Johann Lomschek, Produzent der "Euroclip"-Forstanhänger und Forstkräne. "Auf einmal bemerkte ich dunklen Niederschlag auf unserem hell gepflasterten Betriebsareal." Zuerst habe er gedacht, es handle sich um Hagelkörner, so der Unternehmer: "Dann aber sah ich, dass es sich um eine Art schwarze Wuzerln handelt. Unser gesamter, 150 Quadratmeter großer Hof war damit übersät."
Besorgt
Nach dem Regen schaute sich das Ehepaar die schwarzen Flocken genauer an: "Die Wuzerln waren geruchlos, ihre Konsistenz war schmierig. Später, im getrockneten Zustand wurden sie kleiner und bröselig", beschreibt Johann Lomschek das undefinierbare Material. Besorgt, dass es sich um etwas Schädliches handeln könnte, sammelten die dreifachen Großeltern die dunklen Flocken ein, um sie gegebenenfalls untersuchen zu lassen.
Bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Klagenfurt gab es keine Meldungen bezüglich eines Niederschlags in Form schwarzer Flocken. "Im Vorfeld von Gewittern können Teilchen von Verbrennungsrückständen in die Atmosphäre gelangen und freigesetzt werden", hat Meteorologe Gerhard Hohenwarter eine mögliche Erklärung.
Auch Landeschemiker Johannes Striedner hält es für denkbar, dass Rußpartikel von einem Abbrandereignis verfrachtet worden seien. "Da der Niederschlag aber nur im Hof auf einer begrenzten Fläche aufgetreten ist, könnte das Material am ehesten von diesem Areal stammen", meint Striedner, der den Vorfall mit der ZAMG und sowie mit der Luftgütebereitschaft des Landes besprechen wird. "Ich werde jetzt einmal Indizien sammeln und mir das Material anschauen", so der Landeschemiker.












