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Zuletzt aktualisiert: 27.05.2011 um 08:26 UhrKommentare

Bleiburg war für viele eine harte Schule

Die Volksschule Bleiburg ist 100 - ehemalige Schüler über Bürgerkinder und Eselsbänke.

Schulleiterin Erika Petscharnig mit den Festbroschüren zum 100. Geburtstag der Volksschule Bleiburg

Foto © KatzSchulleiterin Erika Petscharnig mit den Festbroschüren zum 100. Geburtstag der Volksschule Bleiburg

Das Gebäude der Volksschule Bleiburg ist 100 Jahre alt - das wird am Sonntag gefeiert. Dabei wird auch eine Broschüre, in der ehemalige Schüler zu Wort kommen, vorgestellt. "Die Geschichte des Bleiburger Schulwesens reicht in das Jahr 1775", erklärt Schulleiterin Erika Petscharnig. Der Unterricht habe in einem kleinen Stübchen der damaligen Kaplanei stattgefunden. Hobbyhistoriker Othmar Mory fand heraus, dass 1880 in Bleiburg 391 Schüler eine utraquistische Schule besuchten, wo Slowenisch nur so lange unterrichtet wurde, bis die Schüler Deutsch konnten. Am 24. April 1911 wurde schließlich die neue "Kaiser Jubiläums-Volksschule" am heutigen Standort eröffnet. "Die Schule ist stolz auf ihre Absolventen, zu denen auch Kiki Kogelnik gehört", sagt Erika Petscharnig, Schulleiterin seit 2002. Kikis ehemalige Mitschülerin Anny Hutter (76): "Wir waren eine super Klasse. Für Kiki war das Wort extravagant schon in der Pflichtschule angebracht."

Der Keuschlernachwuchs

Gerhard Kosel (42), Manager der "gamsbART" in Graz, erinnert sich besonders an sein drittes Schuljahr 1968. "In der ersten Reihe waren die Bleiburger Bürger platziert, ich saß in der Eselsbank neben dem Keuschlernachwuchs aus Penk und den Bahnwärterkindern aus Gonowetz." Bürgerkinder wurden mit dem Rohrstab selten oder nie geschlagen, Keuschler- und Bauernkinder oftmals. "Meine Hände brannten wie schon die Hände meines Vaters im Jahr 1943." Ökonomierat Fric Kumer besuchte als Mooser von 1943 bis 1947 die VS. "Slowenisch war verboten und verpönt." Weil in der VS Soldaten untergebracht waren, erfolgte der Unterricht in der Hauptschule. "Nach dem Krieg wurde die slowenische Sprache wieder erlaubt, jedoch von vielen als nicht erlernenswert erachtet", erinnert sich Kumer. "Die Folge war der Schulstreik."

Hugo Ramnek (41), Theaterpädagoge und Schriftsteller in Zürich, spricht von einer "harten Schule", die er von 1966 bis 1970 erlebte. "Die Arbeiter- und Bauernbuben wurden mit dem Stock gezüchtigt, an den Haaren und Ohren gezogen und manchmal mit beiden Händen geschlagen." Helga Krasel, geborene Herbst, besuchte die Schule von 1935 bis 1939. "Für jeden Schreibfehler wurden wir an den Haaren gezogen. Die Ausbildung war sehr gut, sodass ich mühelos das Gymnasium besuchen konnte." Heute arbeiten hier 14 Lehrer nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen. "Projekte und Kreativität sind bei uns hoch im Kurs", sagt die Schulleiterin. Mehr als 50 Prozent der 106 Schüler (Exposituren Loibach und Rinkenberg) sind zum zweisprachigen Unterricht angemeldet. Petscharnig: "Alle, die hier lehren und lernen, fühlen sich aufgenommen und leisten ihr Bestes."

ROSINA KATZ-LOGAR

100 Jahre VS Bleiburg

Fest. Am Sonntag, den 29. Mai

Programm. 10 Uhr Festmesse, Begrüßung, Vorstellung der Festbroschüre, Schüler-Darbietungen, musikalisches Nachmittagsprogramm, für Speisen und Getränke ist gesorgt

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