"Ich betoniere immer weiter!"
Michael Polanc (79) ist Pensionist in Neuhaus und baut seit 23 Jahren Objekte aus Beton. Die stellt er überall auf. Familie, Freunde und Nachbarn freuen sich.

Foto © KatzMichael Polanc entwirft und erschafft die verschiedensten Objekte, auch wenn sein Hobby die Finanzen belastet
Der Weg zum Haus der Familie Polanc in Motschula, nahe dem Museum Liaunig in Richtung Lavamünd, gleicht einer farbenprächtigen Kunstallee. Eine bunte Mischung aus Fantasiehäusern, aufwendigen Märchenschlössern, Brunnen, Vögeln, Zwergen, Pilzen, Schneemännern und - ganz aktuell - Osterdekorationen säumt den Weg. Ebenso bunt mit Skulpturen, Schlössern und Gartenfiguren gestaltet sind die Gärten der Nachbarn. Verantwortlich dafür ist Michael Polanc, ehemaliger Bauarbeiter, der seit seiner Pensionierung vor 23 Jahren jeden Werktag mit "Betonieren" verbringt.
"Etwas muss man ja tun, damit man nicht ganz einrostet", sagt Michael Polanc. Momentan betoniert er stufenweise einen quadratischen Silo, der einen Meter hoch werden soll. Seine Modelle sind keine Nachbauten, sondern eigene Kreationen. "Wenn ich in der Nacht nicht schlafen kann, tippe ich die Pläne in meinen Kopf ein." Betoniert wird nur, wenn es hell ist, täglich sechs bis acht Stunden, wie am Bau. Die benötigten Materialien bezieht er im Baumarkt und in der nahe gelegenen Schottergrube. Steine, viel Zement, Wandkleber, Schalungsmaterial und Farben sind seine Grundstoffe. "Das Hobby belastet meine Finanzen ziemlich stark", räumt der fünffache Familienvater ein, der seit sechs Jahren Witwer ist.
Tausende Einzelstücke
"Ich stelle die fertigen Figuren und Gebäude einfach überall auf", berichtet Polanc, dessen Anwesen und Wohnung mit tausenden Einzelstücken belegt sind. "Meine Kinder, Enkel und die Nachbarn sehen sich die Exponate gerne an." Im Winter werde im Keller und im Sommer in der Garage gearbeitet. Manchmal würden Urlauber stehen bleiben und Fragen stellen. Doch das interessiert den Bastler wenig. "Mir ist es egal, was die Leute denken. Ich betoniere immer weiter." Einen Teil seiner "Arbeitszeit" widmet der Pensionist auch der Holzschnitzerei. "Meine Gesichter aus Baumstämmen haben immer einen besonderen Blickwinkel", erklärt Polanc, der auch Sammler von Kunstblumen und buntem Dekor ist.
Nachbarin Renate Seifried freut sich über die Objekte, die Polanc in ihrem Garten aufgestellt hat. "Ich konnte mitentscheiden, was in meinen Garten kommt. Die Auswahl ist enorm!"












